Die «vielseitigste Kamera der Welt» verspricht das Unternehmen in San Mateo, Kalifornien, den Käufern. Und seit dem Börsengang folgen nicht mehr nur Sportler und Technologiefans dem Ruf von GoPro. Auch Investoren stürzen sich auf die Aktien des Spezialisten für an Sporthelmen montierbare Kameras. «GoPro ist sexy», und dies wisse auch die Wall Street, schreibt die Börsenseite «Investor Place».

Was zu Beginn nach einer kurzen Euphorie aussah, hat sich zum veritablen Boom entwickelt. Fast 70 Dollar kostete die Aktie zum Handelsschluss am 11. September. Der Startkurs im Juni lag bei 24 Dollar. Damit haben die GoPro-Titel seit dem Börsengang rund 180 Prozent zugelegt – erstaunlich für eine Firma, die ausschliesslich Kameras herstellt.

GoPro ist bereits halb so wertvoll wie Swatch

Der Wert von GoPro stieg in dieser Zeit von rund drei Milliarden Dollar auf inzwischen mehr als acht Milliarden Dollar. Damit ist das Unternehmen teurer bewertet als viele US-Konzerne im Aktienindex S&P 500, der die 500 grössten Konzerne des Landes listet. Selbst bekannte amerikanische Detailhändler wie PetSmart und Safeway sind mit ihren hunderten Filialen hinter die kleine Technologiefirma zurückgefallen.

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Zum Vergleich: Der Schweizer Uhrenhersteller Swatch, der bereits seit über 30 Jahren existiert und weltweite Berühmtheit geniesst, kommt auf einen Börsenwert von rund 16 Milliarden Dollar. Rein am Börsenwert gemessen ist GoPro heute rund halb so wertvoll wie Swatch. Damit steht der Wert von GoPro nur wenig hinter der Ems-Chemie von Blocher Tochter Magdalena Martullo-Blocher mit einer Marktkapitalisierung von rund 9,5 Milliarden Franken.

Nick Woodman wird immer reicher

Obwohl die genannten Firmen nur schwer mit GoPro vergleichbar sind – die Euphorie der Investoren scheint durchaus begründet. Natürlich profitiert GoPro von der Geldschwemme und den Niedrigzinsen. Doch es gibt auch andere Ursachen für den Erfolg. GoPro konnte in den letzten drei Jahren seinen Umsatz jeweils fast verdoppeln, 2013 lag er bei rund einer Milliarde Dollar. Zwar blieb der Gewinn mit 61 Millionen Dollar in einem überschaubaren Rahmen, doch ganz im Gegensatz zu vielen anderen Technologiefirmen waren die Zahlen immerhin schwarz.

Besonders freuen über den Erfolg dürfte sich neben den Finanzinvestoren Firmengründer Nick Woodman. Der ehemalige Surfer ist mit 49 Prozent der Anteile bis heute der starke Mann in seiner Firma geblieben. Laut «Forbes» hatte der 38-Jährige dank GoPro bereits vor dem Börsengang ein Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar angehäuft (Stand: 2013). Alleine sein Aktienpaket von GoPro ist inzwischen rund vier Milliarden Dollar wert. Keine schlechte Entwicklung für einen Unternehmer, der nach eigenen Angaben vor einigen Jahren eigenhändig auf der Nähmaschine der Mutter Befestigungsbänder für den Prototypen nähte.