Vom 3.-Quartals-Ergebnis von Cisco Systems erhoffen sich Analysten und Anleger Anhaltspunkte, ob und wie gut das Geschäft in der Technologiebranche weltweit läuft. Denn Cisco gilt als eines der am breitesten aufgestellten Technologieunternehmen: Firmen und Telecom-Netzbetreiber kaufen Router und Switches, mit denen der Datenverkehr im Internet gesteuert wird, Privatkunden nutzen die Geräte von Linksys bei ihren Hausanschlüssen, und oft steht in den USA eine Settop-Box von Scientific Atlanta im Wohnzimmer. In den letzten Jahren sind weitere Bereiche wie Datenspeichernetze, Videokonferenzen und neu die Virtualisierung hinzugekommen. Letzteres gilt als Boommarkt: Mit dieser Technologie lässt sich die notorisch schwache Auslastung von Servern verbessern, wodurch Kosten eingespart werden können.

Gewinnerwartungen reduziert

Doch Cisco spürt den Abschwung zumindest in Europa, wie eine informelle Umfrage unter den Angestellten der Firma an einer Konferenz ergab. Vor allem das Geschäft in Grossbritannien und in Spanien harze, in weiteren Regionen, wie Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, hätten sich die Aussichten verdüstert. Lediglich aus Skandinavien meldete der für die Region zuständige Cisco-Manager einen «überraschend robusten Geschäftsgang». Europachef Chris Dedicoat machte auf Anfrage keine Angaben zum Geschäftsgang. Auch den Einstieg ins Server-Geschäft - Analysten hatten laut «Handelszeitung Online» bereits den Chiphersteller Intel als wichtigen Partner eruiert - mochte Dedicoat nicht kommentieren. Bei den Kunden sieht er schliesslich ein uneinheitliches Bild: Es gebe einige Firmen, die mehr investieren, andere hätten ihre Ausgaben etwas gekürzt. «Wir erhalten bei typischen Firmen nur 6% der Investitionssumme», so Dedicoat, «damit ist unser Anteil relativ klein.»

Scott Coleman, Analyst bei Morgan Stanley, hat sich in diesen Tagen bei Cisco-Kunden und -Partnerfirmen umgehört. Er erwartet, dass die Zahlen - er schätzt einen Quartalsumsatz von 8,9 Mrd Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 29 Cent - erreicht werden. Coleman rechnet aber mit einem schwachen 4. Quartal und hat seine Umsatzprognose von 8,7 auf 8,4 Mrd Dollar und die Gewinnschätzung auf 27 Cent pro Aktie gesenkt. Der Markt geht von einem Umsatz von 8,9 Mrd Dollar und einem Gewinn von 31 Cent pro Aktie aus. Die Cisco-Aktie hat sich die letzten Monate deutlich besser als der Nasdaq-Index gehalten und auch den breiten S&P-500-Index geschlagen. Dennoch verlor auch dieses Technologieschwergewicht einen Drittel seines Wertes. Coleman weist darauf hin, dass der Ausblick für den weiteren Kursverlauf entscheidend sein wird.

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Attraktiver Call auf Cisco

Die Cisco-Aktie ist in zehn Multi-Asset-Derivaten enthalten und war bei diesen Produkten nie für das Reissen von Barrieren verantwortlich. Bei den Hebelprodukten weisen etliche kaum noch erreichbare Ausübungspreise zwischen 30 und 50 Dollar auf. Der Call CSCVO mit einem Ausübungspreis von 20 Dollar und Laufzeit bis Juni 2009 ist der gegenwärtig attraktivste Schein, um von einem allfälligen Kurssprung nach dem Ergebnis zu profitieren. Für konservative Anleger gibt es eine Reihe attraktiver Discount- und Reverse-Convertible-Produkte wie EFBVM, VON8UL oder VON9BF. Hier sind die Ausübungspreise in Reichweite und die Barrieren teilweise so deutlich unter dem aktuellen Kursniveau, dass sie auch durch einen schwachen Ausblick nicht gerissen werden dürften.