Und der Dollar steigt weiter: Ende Juli 1.04 Fr wert, kletterte er in den letzten Tagen um 5% auf 1.10 Fr. Gegenüber dem Euro nimmt sich die Aufholjagd noch deutlicher aus: Zeitweise notierte die Leitwährung der EU bei 1.47 Dollar.

Die Gründe für das Hoch im Dollar liegen nicht nur bei den besser als erwartet ausgefallenen Daten zur US-Konjunkturlage und den im Gegensatz dazu schlechten Nachrichten aus der Eurozone.

Bald Euro-Dollar-Parität?

Gemäss Hans Redeker, Chef der Währungsstrategie bei BNP Paribas, haben auch die Notenbanken der Schwellenländer ihre Hände im Spiel. Sie hätten seit geraumer Zeit massiv in europäische Währungen investiert. «In den vergangenen zwölf Monaten kauften sie rund 360 Mrd Euro», sagt Redeker. Doch nun wachsen die Währungsreserven der Zentralbanken in den Schwellenlän dern deutlich langsamer, weil das Wirtschaftswachstum in diesen Staaten nachlässt und auch die Ölpreise sinken und damit die Zuflüsse abnehmen. Redeker sieht die Währungen auf dem Alten Kontinent weiter sinken. «In etwa fünf Jahren werden wir wieder eine Euro-Dollar-Parität sehen», ist er überzeugt.

Mit einer allmählichen Aufwertung des Dollar werden jedoch einerseits Anlagen in die US-Währung wieder attraktiv, und anderseits Investments in US-Aktien oder Unternehmen, die einen grossen Anteil ihres Umsatzes in Amerika erzielen. Die simpelste Methode, auf einen steigenden Dollarkurs zu setzen, wäre, Franken oder Euro in Dollar zu tauschen. Allerdings bleibt die Frage, wo das Geld verwahrt werden soll. Währungskonten, die in Dollar geführt werden, sind daher die bessere Alternative. Daneben bieten sich auch Geldmarkt- oder Rentenfonds an, die auf Anlagen in Dollar setzen und bei allen Banken erworben werden können.

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Krux mit Währungsabsicherung

Wer die Gewinnmöglichkeiten vergrössern, aber auch ein höheres Risiko eingehen möchte, kann mit Zertifikaten auf die Devisenkursschwankungen setzen. Eine solche Möglichkeit bietet etwa das bis am 21. Mai 2010 laufende Zertifikat 2 Year CHF Capital Protected Certificate on the USD/CHF mit Kapitalschutz von Goldman Sachs (Valor 3882571).

Wer es dagegen lieber klassisch mag, kann auf Aktien setzen. Dafür bieten sich einerseits amerikanische Papiere an. Selbst wenn deren Kurse stagnieren sollten, würden Euro- und Franken-Anleger allein dadurch gewinnen, dass der Dollar erstarkt. Wer sich nicht wirklich gut mit amerikanischen Aktien auskennt, sollte jedoch eher auf einen Fonds zurückgreifen und dem Manager die Auswahl der Einzeltitel überlassen. Wichtig dabei: Viele Fondsgesellschaften bieten ihre Amerika-Fonds in einer währungsgesicherten und einer nicht währungsgesicherten Variante an. Natürlich haben Erstere in den vergangenen Jahren – in Franken gerechnet – wesentlich besser abgeschnitten und weisen deutlich bessere Zuwachsraten auf. Sollte der Dollar in den nächsten Jahren aber zulegen, wird die nicht währungsgesicherte Variante die Nase vorn haben.

Synthes: Hohes Dollar-Exposure

Schliesslich können Anleger auch auf europäische Unternehmen setzen, die einen grossen Teil ihres Umsatzes in den USA machen, aber gleichzeitig einen hohen Anteil ihrer Kosten in Euro abrechnen. Dazu gehört beispielsweise der Flugzeughersteller EADS, der Autobauer Porsche und die Technologie-Werte Siemens und SAP.

Bei den an der SWX Swiss Exchange kotierten Werte hat der Medizinaltechniker Synthes das höchste Dollar-Exposure: Im Bilanzjahr 2006 wurden 57% der Verkäufe in den USA erzielt. Dicht hinter Synthes folgen die Pharmamultis Roche und Novartis bei Roche stammen 40% des Umsatzes aus Nordamerika. Bedeutende Engagements in den USA unterhalten ausserdem UBS, Credit Suisse, Nestlé, Syngenta, ABB und Swatch.

Sollte jedoch die Hausse im Dolar drehen, sind Werte mit wenig Exposure gefragt: Allen voran sind dies in der Schweiz die Valoren von Swisscom.