Die gute Nachricht für alle Bitcoin-Anleger zuerst: Am Donnerstag knackte die digitale Währung erst die 14'000, dann die 15'000-Dollar-Marke, und die Richtung zeigt weiter steil nach oben. Das Tempo des ohnehin rasanten Kletterkurses nimmt surreale Ausmasse an. Vor knapp einem Jahr kostete ein Bitcoin noch 1000, vor knapp einer Woche noch 8000 Dollar. Der Boom gewinnt also nochmal an Fahrt – einer der Hauptgründe dafür ist die bevorstehende Einführung von Terminkontrakten. Die amerikanischen Behörden haben vor einigen Tagen das Go für Bitcoin-Futures gegeben. Am Montag startet der erste Bitcoin-Future an der US-Derivatebörse CBOE.

Damit öffnet sich die Digitalwährung auch dem traditionellen Finanzgeschäft: Investoren können sich gegen künftige Preisschwankungen absichern und auf Kursentwicklungen spekulieren. Zahlreiche Bitcoin-Fans stehen dieser Entwicklung jedoch kritisch gegenüber, da sie die digitale Währung als Alternative zu den klassischen Währungen betrachten. Die Grundidee der digitalen Währung verwässert für sie zunehmend. 

Alan Greenspan erinnert an wertlose Kolonialwährung

Bitcoin ist in aller Munde, auch die Schwergewichte der Börsenwelt kommentieren: Ex-Fed-Chef Alan Greenspan erklärte am Mittwoch im TV-Kanal CNBC, Bitcoin erinnere an die Währung, die während der Kolonialzeit in Amerika ausgegeben wurde. Dieses erste Papiergeld der USA wurde 1775 eingeführt, konnte aber nicht ausreichend Vetrauen gewinnen – und verlor darum 1782 komplett seinen Wert.

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In den Zwischenjahren erlaubte das Geld jedoch Patrioten wie George Washington, Rüstungen und andere Vorräte zu kaufen. Auch hier zieht Greenspan eine Parallele zur Krypto-Währung. «Bitcoin ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Menschen Wert schaffen», sagte er. «Das ist nicht rational, doch solange das Vertrauen der Käufer da ist, dass sie ihre Bitcoins wieder verkaufen können, funktioniert es.» Er gab im Interview weiter zu Protokoll: «Menschen kaufen alle möglichen Dinge, die nichts wert sind.»

Hacker klauen fast 70 Millionen Dollar

Kritik am Bitcoin kommt auch auf, weil die digitale Währung Kriminelle auf den Plan ruft. Bei einem Angriff auf die slowenische Handelsplattform NiceHash haben Hacker am Mittwoch rund 4700 Bitcoins gestohlen. Zum aktuellen Kurs beläuft sich der Wert der Beute auf 68 Millionen Dollar. NiceHash sprach von einem «hochprofessionellen Angriff».

Das Unternehmen rief alle Nutzer dazu auf, ihre Passwörter zu ändern. Gleichzeitig liefen die internen Untersuchungen, um die Lücke in den Sicherheitssystem zu finden und zu schliessen. Aus diesem Grund werde der Handel für 24 Stunden eingestellt.

Es ist nicht der erste Angriff von Hacker auf eine Online-Börse. Im Mai 2015 erbeuteten Hacker beim taiwanischen Anbieter Bitfinex, der grössten Bitcoin-Plattform der Welt, rund 72 Millionen Dollar in Bitcoin. Je bekannter die Währung wird, so die Befürchtung, desto mehr werden sich solche Angriffe häufen. 

(Mit Material von sda)