In Griechenland haben sowohl die Aktien als auch die Kurse von Staatsanleihen starke Verluste erlitten. Der Börsen-Leitindex ASE in Athen brach am Nachmittag um 8,13 Prozent auf 719,18 Punkte ein.

Eine heftige Reaktion auf die Pläne der neuen Regierung zeigte sich in Athen auch im Handel mit griechischen Staatsanleihen. Sie wurden von vielen Anlegern abgestossen. Die starken Verkäufe führten zu fallenden Kursen. Im Gegenzug stiegen die Renditen kräftig.

Rendite bei 10,15 Prozent

Bei Papieren mit einer Laufzeit von zehn Jahren sorgten die Verkäufe im freien Handel für einen Anstieg der Rendite um 0,92 Prozentpunkte auf 10,15 Prozent. Der Zins am freien Markt hat damit wieder das Niveau erreicht, das er vor der Ankündigung des massiven Kaufprogramms von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) erreicht hatte.

Die Renditen signalisieren den faktischen Preis, den Staaten für neue Schulden am Kapitalmarkt zahlen müssen - über 7 Prozent gelten sie als längerfristig nicht mehr tragbar. Griechenland ist schon seit Jahren auf Kredithilfsprogramme der internationalen Geldgeber angewiesen. Am freien Markt werden bereits laufende Staatsanleihen gehandelt.

Stopp von Privatisierungen

Vor der ersten Sitzung des neuen Kabinetts in Athen waren erste Pläne der neuen Regierung zum Stopp von Privatisierungen bekannt geworden. Zunächst betreffe dies die Elektrizitätsgesellschaft DEI, sagte der griechische Energie- und Umweltminister Panagiotis Lafazanis dem Rundfunksender Skai. Zudem sollen auch die griechischen Staatseisenbahnen nicht verkauft werden. Ausserdem gibt es Meldungen, dass eine 320 Millionen Euro schwere chinesische Investition im Container-Hafen von Piräus gestoppt werden soll.

Ausserdem hatte Tsipras in seinem Kabinett einem scharfen Kritikern der Sparpolitik die Zuständigkeit für Finanzen gegeben. Das beunruhigt die Anleger. Der Ökonom Giannis Varoufakis soll als Finanzminister Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern führen.

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(awp/tno/ise)