Am Devisenmarkt haben die Anleger am Dienstag etwas erleichtert auf einen Hoffnungsschimmer in der Griechenland-Krise reagiert. Der Eurokurs stieg wieder über die Marke von 1,14 US-Dollar und stand zuletzt bei 1,1412 Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken zeigte sich der Euro ebenfalls deutlich fester und stieg auf 1,0689 nach 1,0633 Franken am späten Nachmittag und 1,0593 am Morgen. Der US-Dollar kostet derweil mit 0,9366 ebenfalls mehr nach 0,9335 Franken noch am späten Nachmittag.

Auslöser des leichten Kurssprungs der europäischen Gemeinschaftswährung war die Meldung, dass die griechische Regierung offenbar am Mittwoch nun doch eine Verlängerung der bisherigen «Kreditvereinbarung» beantragen will. Griechischen Medien zufolge strebt Athen eine Verlängerung um sechs Monate – also bis Ende August – an. Ein Sprecher des Athener Finanzministeriums wollte die Berichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur weder bestätigen noch dementieren. Regierungskreise schlossen eine neue Sitzung der Eurogruppe nicht aus.

Kurswechsel in letzter Minute

Damit deutet sich im griechischen Schuldendrama in letzter Minute ein Kurswechsel der neuen Regierung in Athen an – wenige Tage vor Ablauf eines Ultimatums der europäischen Partner des pleitebedrohten Landes. «Wir untersuchen die Möglichkeiten einer Verlängerung des Kredite-Abkommens», erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Regierung.

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Das Sparprogramm gelte aber nicht, hiess es weiter. Was das genau bedeute, wollten die Regierungsquellen in Athen nicht sagen. Damit blieb die entscheidende Frage zunächst offen, ob Athen nun auch bereit ist, die bisher vereinbarten Auflagen der internationalen Geldgeber zu akzeptieren.

Grexit-Risiken sind grösser als erwartet

Am Montagabend hatten sich die neue griechische Regierung und die Eurogruppe erneut nicht auf eine Verlängerung der Finanzhilfen für das vom Bankrott bedrohte Land einigen können. «Das Fazit ist, dass die Risiken eines Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro weiter gestiegen sind und viel grösser sind, als die Märkte aktuell offensichtlich annehmen», kommentierte eine Expertin vom Analysehaus Capital Economics.

(awp/ise)