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Grösste Wirtschaftsländer zahlen 7,7 Billionen zurück

Bonds-Märkte: Renditen für Geldgeber werden wohl grösser. Keystone

Die weltweit grössten Volkswirtschaften müssen dieses Jahr Obligationen in der Höhe von gegen 7,7 Billionen Dollar begleichen. Für die meisten Länder wird das Schuldenmachen teurer.

Veröffentlicht am 06.01.2017

Auf die Regierungen der weltweit grössten Volkswirtschaften kommen 2017 Bondfälligkeiten in Höhe von etwa 7,7 Billionen Dollar zu. Die meisten Länder müssen sich auf höhere Fremdkapitalkosten einstellen, da die dreijährige Hausse am Bondmarkt offenbar an Schwung verliert.

Das Volumen an Geld- und Kapitalmarktpapieren, die in den G7-Ländern plus Brasilien, Russland, Indien und China fällig werden, wird um mehr als acht Prozent gegenüber dem Wert von 2016 von schätzungsweise sieben Billionen Dollar steigen, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Der erste erhebliche Anstieg seit Beginn der Datensammlung durch Bloomberg 2012 wird von China angeführt. Dort werden Bondtilgungen in Höhe von 588 Milliarden Dollar erwartet, ein Anstieg von 132 Prozent gegenüber 2016.

USA treibt Renditen höher

Pioneer Investment Management, Old Mutual Global Investors und andere Vermögensverwalter sagen, sie seien entweder pessimistisch oder weniger positiv für Staatsanleihen gestimmt, da eine von den USA angeführte Reflation und fiskalpolitische Expansion allmählich die Geldpolitik als Wachstumstreiber ablösen und die Renditen höher treiben werde.

«Wir erwarten 2017 höhere Bondemissionen infolge direkter fiskalpolitischer Stimuli oder Verschlechterungen beim Haushaltsdefizit», sagt Cosimo Marasciulo, Leiter Staatsanleihen bei Pioneer in Dublin. «Dieses höhere Bondangebot ist ein Negativfaktor für Investoren, die bereits mit einem Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität und Inflation aufgrund dieser erhöhten Fiskalausgaben konfrontiert sind. Die Bond-Bewertungen erscheinen unter fundamentalen Gesichtspunkten bereits unattraktiv. Wir sehen dunkle Wolken am Horizont für Festverzinsliche.»

Zwar haben das sich abzeichnende Wirtschaftswachstum und steigende Inflationserwartungen die längerfristigen Bonds nach oben getrieben, jedoch befinden sie sich immer noch in der Nähe der Rekordtiefs. Selbst wenn Investoren einen höheren Risikoaufschlag für diese Papiere fordern, wird das die Regierungen nicht davon abschrecken, mehr längerfristige Papiere in diesem Jahr zu begeben, erklärt die Commerzbank, einer der grössten Primärhändler von deutschen Staatsanleihen. Österreich, Italien und Spanien gehörten zu den europäischen Ländern, die im vergangenen Jahr mit Papieren mit den längsten Laufzeiten in ihrer Emissionsgeschichte an den Markt kamen.

In den entwickelten Märkten wird das Volumen an fällig werdenden Bonds in den USA, Italien und Deutschland steigen, in Japan, Frankreich und Grossbritannien wird es sinken. Die Zahlen berücksichtigen nicht neuen haushaltspolitischen Bedarf.

(bloomberg/chb)

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