Der norwegische Pensionsfonds steigt aus dem Geschäft mit der Kohle aus. Das Parlament in Oslo stimmte am Freitag einstimmig dafür, dass sich der grösste Staatsfonds der Welt aus dem Kohlegeschäft zurückzieht.

Der Entscheid betrifft alle Investitionen des Fonds in Energie- und Bergbauunternehmen, bei denen das Kohlegeschäft mehr als 30 Prozent am Umsatz oder Geschäft ausmacht. Umweltschützer feierten die Entscheidung als grossen Fortschritt mit Blick auf den Klimagipfel im Dezember in Paris.

Eon und RWE betroffen?

Der Parlamentsbeschluss basiert auf einem Ende Mai erzielten Kompromiss des Finanzausschusses im Parlament. Nach Berechnungen des norwegischen Finanzministeriums sind zwischen 50 und 75 internationale Unternehmen betroffen, an denen der Pensionsfonds mit insgesamt 35 bis 40 Milliarden Kronen (4,2 bis 4,8 Milliarden Franken) beteiligt ist.

Umweltschützern zufolge könnten sogar 122 Unternehmen betroffen sein, an denen der Pensionsfonds mit insgesamt 67,2 Milliarden Kronen (8 Milliarden Franken) beteiligt ist. Laut einer Studie von drei Nichtregierungsorganisationen wären unter den betroffenen Unternehmen auch die deutschen Energiekonzerne Eon und RWE.

Tabak tabu

Norwegens Staatsfonds speist sich aus den Einnahmen der Ölförderung und ist 793 Milliarden Euro schwer. Die Leitlinien des Pensionsfonds verboten bislang bereits Investitionen in Unternehmen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, Kinderarbeit ausnutzen, «besonders inhumane» Waffen fertigen oder Tabakprodukte herstellen.

(awp/sda/tno)