• Kindheit: Warren Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha (Nebraska) geboren. Die Finanzwelt war ihm in die Wiege gelegt: Sein Vater Howard war Broker, später Kongressabgeordneter. Mit fünf verkaufte Warren Kaugummis vor dem Haus seiner Eltern. Mit elf Jahren erwarb er seine ersten Aktien. Später hatte er unter anderem einen Job als Zeitungsausträger. Mit 14 investierte er 1200 Dollar (er hatte jeden Cent gespart) in 16 Hektar Farmland in Nebraska.

• Werdegang: Buffetts Zukunft war vorgezeichnet. Unter einem Foto von seinem Highschool-Abschluss steht: «Mag Mathe ... ein künftiger Broker.» Sein Vater überredete ihn zum Studium an der Wharton School of Finance an der University of Pennsylvania. Doch Warren langweilte sich: «Ich weiss mehr als die Professoren!» Mit 25 gründete er seine erste Investmentgesellschaft (Buffett Partnership). Verwandte und Bekannte steuerten Geld bei, die Jahresrendite lag bei fast 30%.

• Der Buffett-Fonds: 1969 löste Buffett seinen Investmentpool auf. Die heftigen Kursbewegungen der 60er-Jahre waren ihm nicht geheuer. «Ich bin auf dieses Marktumfeld nicht eingestimmt», sagte er. Er nutzte eine ältere Beteiligung am Textilkonzern Berkshire Hathaway als neue Fondsplattform. Fortan kaufte er Anteile an Unternehmen. Der durchschnittliche jährliche Wertzuwachs von Berkshire Hathaway liegt seit 1969 bei mehr als 21%.

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• Der grösste Deal: Eines der lukrativsten Investments war 1973 die Washington Post Company, später der Kauf des Süsswarenherstellers Sees Candies.

• Der grösste Fehlgriff: Im Jahr 2008 kaufte Buffett ConocoPhillips-Aktien. Der Energiekonzern verlor jedoch rasant an Wert, da die Öl- und Gaspreise ins Rutschen kamen. Berkshire soll mehrere Mrd Dollar verloren haben. Auch die Finanzkrise hinterliess Spuren. Fehlinvestionen in Aktien liessen seinen Firmenanteil 2008 und 2009 um 25 Mrd Dollar im Wert schrumpfen.

• Seine Lehre: Die Hauptversammlungen von Berkshire galten lange Zeit als das «Woodstock für Kapitalisten». Buffett hielt unterhaltsame Reden, die Aktionäre feierten ihn als Guru. Sein Anlagegrundsatz fusst auf dem Vergleich des Börsenwerts eines Unternehmens mit dessen innerem Wert, also Kennzahlen wie dem Liquidationswert des Unternehmens, dem Kurs-Buchwert-Verhältnis, dem Verschuldungsgrad und so weiter. Allerdings wich er im Laufe des Jahres von der mathematischen Betrachtung etwas ab und folgte weichen Faktoren wie der Integrität des Managements. Wichtig ist ihm auch, wie «grossartig» die Geschäftsidee einer Firma ist. Derivate bezeichnet er als «Massenvernichtungswaffen».

• Sein Vermögen: Laut «Forbes»-Liste wird sein Vermögen auf 47 Mrd Dollar geschätzt. Damit liegt er auf Rang drei hinter Carlos Slim (53,5 Mrd) und Bill Gates (53 Mrd). Sein Vermögen besteht zu 99% aus der Beteiligung an Berkshire Hathaway.

Buffett und die Politik: Er tritt grösstenteils als Spender für wohltätige Organisationen auf. Seit 2006 werden nach und nach 30 Mrd Dollar an die Bill & Melinda Gates Foundation überwiesen. Buffett ist Mitinitiator der «The Giving Pledge»-Initiative, bei der Reiche die Hälfte ihres Vermögens spenden.

• Kindheit: George Soros wurde am 12. August 1930 in Budapest geboren. Sein eigentlicher Name war Dzjchdzhe Shorash. 1944 musste sich seine jüdische Familie vor den deutschen Nationalsozialisten verstecken, die Ungarn besetzt hielten. Mit 17 Jahren verliess er seine Heimat und ging nach London.

• Werdegang: Die erste Zeit in London war hart: Jobs als Kellner im Stadteil Mayfair, Erntehelfer auf dem Land. 1952 immatrikulierte er sich an der London School of Economics. 1956 zog Soros nach New York, wurde Analyst, beriet amerikanische Finanzinstitute bei europäischen Wertpapieren, ab 1963 beispielsweise den Broker Arnhold & S. Bleichroeder. 1970 Jahre gründete er seinen eigenen Fonds und wurde einer der ersten grossen Hedge-Fonds-Manager der Welt.

• Der Soros-Fonds: Den ersten Quantum Fund gründete er 1970 gemeinsam mit Jim Rogers. Zunächst bestand die Investorenschaft aus einer konspirativen Runde wohlhabender Anleger. Sitz seiner Fonds waren stets Offshore-Finanzzentren. Der Erfolg der Quantum-Fonds war enorm. Von 1969 bis Anfang der 1990er-Jahre erzielten sie 50 000% Wertzuwachs. Schon früh nutzte Soros Leerverkäufe, um von fallenden Kursen zu profitieren. Teilweise ging er extreme Risiken ein und setzte fast das gesamte Geld für Währungswetten ein.

• Der grösste Deal: Endgültig weltweite Berühmtheit erlangte Soros im September 1992. Das britische Pfund war an andere europäische Währungen gekoppelt und geriet unter Druck, da die britische Wirtschaft schwächelte. Soros hielt das Pfund für überbewertet und tauschte geliehene Pfund in D-Mark und Franc. Am 16. September gab die Notenbank gezwungenermassen den Wechselkurs wieder frei - das Pfund fiel, und Soros gewann fast 1 Mrd Milliarde Dollar.

• Der grösste Fehlgriff: 1981 war das einzige Jahr, in dem der Fonds Verluste machte: 22,9%. 1987 musste Soros seinen grössten Tagesverlust verschmerzen - einen dreistelligen Millionenbetrag. Er hatte in den fallenden Markt hinein US-Aktien verkauft.

• Seine Lehre: Soros haderte lange Jahre mit einer Karriere als Philosoph. Was unser Denken bestimmt, wie verzerrt unsere Wahrnehmung ist und wie sich das auf Wirtschaft und Nationalstaaten auswirkt - diese Fragen faszinierten ihn. Was den Kapitalmarkt angeht, lautete sein Credo: Unvollkommenes Wissen und die Erwartungen der Marktteilnehmer spielen eine grosse Rolle. Die Kurse spiegeln keine Mischung aus Angebot-Nachfrage-Verhältnis, Psychologie und Halbwissen wider. Zwischen dem, was Marktteilnehmer wahrnehmen, und dem, was wirklich geschieht, klafft eine Lücke. So wird die Wahrnehmung der Aktionäre selbst zu einem Fakt, der die Kurse beeinflusst. Die Aufgabe besteht darin, herauszufinden, wann die Lücke zwischen beeinflusster Realität und echter Realität weit auseinanderklafft.

• Sein Vermögen: Laut Forbes-Liste hat George Soros rund 14 Mrd Dollar - Platz 35 im Welt-Ranking.

• Soros und die Politik: Stets versuchte er, vor allem in Osteuropa oppositionelle Gruppen mit Wissenstransfer aus dem Westen zu unterstützen. Immer wieder äusserte er sich öffentlich zum Nahostkonflikt, zum Bosnienkrieg, heute zur globalen Wirtschaftslage. 2004 versuchte er mit Spenden, die Wiederwahl George W. Bushs zu verhindern. Vor Kurzem kündigte Soros an, die Hälfte seines Vermögens der Initiative «The Giving Pledge» von Gates und Buffett zu spenden.