Oswald Grübel, ehemaliger Chef der UBS, nimmt in seiner Kolumne in der Zeitung «Der Sonntag» Stellung zu den steigenden Aktienbörsen. «Zur Überraschung vieler sind die Aktienmärkte dieses Jahr tatsächlich stark gestiegen, mit wenigen Ausnahmen wie China und Brasilien», schreibt Grübel. Dafür gebe es mehrere Gründe: Inflationsangst, Renditeüberlegungen und hoher Geldumlauf, nicht aber höhere Gewinnerwartungen.

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«Als die Zentralbanken anfingen, den Geldumlauf zu erhöhen, um die Konjunktur anzukurbeln und Zinssätze zu senken, mussten sich Anleger überlegen, wie sie ihr Geld investieren sollen», so der Ex-UBS-Chef. «Zuerst kauften sie sichere Staatsanleihen, dann weniger sichere Industrieanleihen bis hin zu hochverzinslichen Anleihen mit sehr geringer Kreditwürdigkeit.» Erst danach seien die Aktienmärkte wieder entdeckt worden.

«Denn obwohl man keine grossen Gewinnerwartungen hatte, sahen die Dividendenrenditen vieler guter und bekannter Unternehmen von 4 oder sogar 5 Prozent doch sehr verlockend aus», schreibt Grübel - und denkt, dass es so weitergehen wird.

«Mehr und mehr Investoren werden zur Überzeugung kommen, dass die Aktienmärkte noch Aufwärtspotenzial haben.» Speziell, wenn die Zinssätze noch für Jahre tief blieben, was wegen der hohen Staatsverschuldungen wahrscheinlich sei, so der ehemalige Top-Banker. «Es sieht so aus, dass wir in eine relativ lange Zeitspanne gehen, wo jede Korrektur der Aktienmärkte eine Kaufgelegenheit sein wird.»

(tno)