Sie werden nicht nur von vielen Menschen beneidet, sondern oft auch hart kritisiert: Reiche. Dass Reiche auch reich bleiben, hat nicht immer nur etwas mit Arbeit zu tun. Stattdessen erhalten sie ein regelmässiges Kapitaleinkommen – ohne einen Finger dafür krumm machen zu müssen.

Fair ist das nicht, findet der streitbare US-Anwalt und Wohlstandsberater Matt Bruenig. Seine Idee: Das Kapitaleinkommen der Reichen soll «weggesteuert» und auf die Allgemeinheit verteilt werden. Ganze 30 Prozent des Nationaleinkommens, das passiv in Kapital einfliesst, sollen vom Staat aufgefangen und auf die Bürger aufgeteilt werden.

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Der Haken: Fehlende Investitionen

Der Plan klingt zu gut, um wahr zu sein. Er hat allerdings einen Haken, wie Tim Worstall in einem Beitrag des Wirtschaftsmagazins «Forbes» zeigt. Kapital in etwas zu investieren, wie etwa in Gebäude, hängt meistens mit der Hoffnung zusammen, in der Zukunft Gewinn damit machen zu können. Niemand vergibt einen Kredit oder verleiht Eigenkapital, ohne dafür eine Verzinsung oder eine Gewinnbeteiligung zu verlangen. Diese ergeben sich in der Regel aus den Mieteinnahmen von Gebäuden.

Doch wenn das Kapitaleinkommen versteuert wird, desto weniger Gewinn kann in der Zukunft gemacht werden. Werden Reiche also deutlich höher besteuert, als sonst, leidet letztendlich die gesamte Wirtschaft darunter. Es wird nicht nur weniger investiert, sondern gleichzeitig fällt die Gewinnspanne für Menschen, die an dem Projekt beteiligt sind, deutlich geringer aus.

Letztlich eine schlechte Idee

Kapitaleinkommen der Reichen also «wegzusteuern», um dieses Geld an die Allgemeinheit zu verteilen, mag zwar toll klingen, ist aber laut Worstall aber eine miese Idee. Am Ende leiden sowohl Reiche, als auch alle anderen unter diesem Plan.

Dieser Text erschien zunächst bei «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Warum Reiche schon ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten».