In den kommenden Tagen und Wochen werden die drei grossen europäischen Versicherungskonzerne Allianz (am 26. Februar), Münchener Rück (am 3. März) und Generali (am 20. März) mit Zahlen aufwarten. Die Allianz ist ein wichtiger Rivale und Vergleichswert zu Zurich Financial Services, die Münchener Rück ist der bedeutendste Swiss-Re-Konkurrent in Europa, und Generali hat substanzielle Beteiligungen auch in der Schweiz. Anleger, die sich hier im Vorfeld der Resultate richtig mit Derivaten positionieren, können Gewinne optimieren bzw. Verluste begrenzen.

Für die Allianz haben die Experten von Keefe, Woods & Bruyette ihre operative Gewinnprognose um 8% auf 7,58 Mrd Euro zurückgeschraubt, für dieses Jahr erwarten sie 8,11 Mrd Euro Gewinn. Stabil bleibt die Combined Ratio, ein in der Versicherungsbranche ungemein wichtiger Kennwert für die Schaden-Kosten-Quote. Bei dieser Aktie deutet vieles auf einen Seitwärtstrend hin, den Anleger am besten mit klassischen Reverse Convertibles wie dem von Sal. Oppenheim begebenen Produkt SCALV ausnutzen. Bei etlichen Barrier Reverse Convertibles ist seit der Lancierung die Barriere gerissen. Noch nicht der Fall ist das bei einigen Scheinen wie ALVLB oder VON8VO. Skeptische Anleger sichern sich mit Puts wie ALVHW oder SALVX ab.

Bei der Münchener Rück ist die Luft etwas draussen, nachdem Anfang Februar die Eckwerte des vergangenen Jahres publiziert worden sind. Für dieses Jahr erwarten die Analysten einen Sprung beim Reingewinn auf 2,9 Mrd Euro. Die Dividende soll von 5.50 auf 5.70 Euro aufgestockt werden. Die Aktie ist weiterhin kaufenswert.

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Viele Warrants keinen Kauf wert

Das gilt indes nicht für die meisten Warrants. Hier sind die Spreads (Differerenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen) im zweistelligen prozentualen Bereich. Ausnahmen bilden der Call MUVWC und der Put MUVAK, attraktiv ist hier auch der Discounter MUVCB.

Generali hat am 18. Februar den Kauf der gesamten Alleanza angekündigt, die Minderheitsaktionäre könnten durch einen Aktientausch ausgekauft werden. Damit müssen die Analysten ihre Erwartungen für das laufende Jahr anpassen und die Vergleichsbasis zum letzten Jahr neu berechnen. Erste Eckwerte waren Anfang Februar publiziert worden. Der Konzern hat im vergangenen Jahr laut den Analysten der Banca IMI einen Reingewinn von 1,09 Mrd Euro eingespielt. Allerdings hatten sich im 4. Quartal die Bedingungen insbesondere im Lebensversicherungsgeschäft, wo Sparpolicen verkauft wurden, die an Aktienindizes gebunden waren, deutlich verschlechtert. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner erwartet insbesondere vom polnischen Markt schlechte Zahlen. Das braucht die Käufer des Kapitalschutzproduktes EXGEN nicht zu kümmern - ihr Einsatz wird im Juli 2011 zu 100% zurückbezahlt.

Der Preis war im Oktober um 12% weggeknickt, als es an den Märkten Befürchtungen gab, dass auch der Emittent Goldman Sachs Pleite gehen könnte. Wer damals mutig eingestiegen ist, hat seither diesen Einbruch wieder aufgeholt.