Ende März läuft die ordentliche Frist zur Einreichung der Steuererklärung ab. Für viele Steuerpflichtige dürfte damit das leidige Thema der Staatsabgaben vom Tisch sein bis nächstes Jahr, wenn die neuen Formulare ins Haus flattern.

Wer so vorgeht, läuft allerdings Gefahr, dass die Steuerrechnung jeweils eine entsprechend schmerzhafte Erinnerung an den Fiskus darstellt. Denn nur mit einer vorausschauenden Planung der Anlagen lassen sich die Steuern wirkungsvoll optimieren (siehe Box).

Risikoabklärung als Grundlage

«Am Anfang jeder Massnahme zur Steueroptimierung steht die Klärung der Risikoneigung der Investoren und ihrer Anlagestrategie», erklärt Orlando Rabaglio, Leiter Steuerberatung bei BDO Visura. Dieser Schritt sei entscheidend, da eine Steueroptimierung in der Schweiz nur mit gewissen Anlageklassen und einem entsprechenden Risikoprofil möglich sei.

Zu denken ist dabei an die steuerfreien Kapitalgewinne von Geldanlagen, schliesslich werden die Kursgewinne von Aktien oder Optionen im Privatvermögen nicht versteuert. Wer jedoch letztes Jahr aus steuerlichen Überlegungen voll auf Aktien gesetzt hat, dürfte nach den happigen Verlusten an der Börse, die nicht abzugsfähig sind, kaum glücklich sein.

Anzeige

«Nach schweizerischem Steuerrecht lohnt es sich, Kapitalgewinn orientiert anzulegen», erklärt auch Claude Frosio, Steuerberater der Credit Suisse. Neben Aktien und Optionen eignen sich zu diesem Zweck auch diverse strukturierte Produkte. Hier ist die Unterscheidung zwischen transparenten und intransparenten Derivaten von Bedeutung: Bei Letzteren müssen nämlich sämtliche Gewinne versteuert werden, während bei den Transparenten nur jener Teil dem Fiskus unterstellt ist, der über Zinserträge erzielt worden ist.

Auf Kapitalgewinne setzen

Dass das schweizerische Steuerrecht eine Besteuerung von Zinserträgen vorsieht, dürfte vor allem Investoren in Obligationen ärgern. Wenngleich auch in diesem Fall eine genaue Analyse innerhalb der Anlageklasse manchen Steuerfranken sparen lässt. Denn steuerlich wird zwischen Obligationen mit oder ohne überwiegende Einmalverzinsung unterschieden. Steuerlich von Interesse sind Bonds ohne überwiegende Einmalverzinsung. Sie erzielen einen marktüblichen Zins und werden zu einem Kurs nahe beim Nennwert ausgegeben und zurückbezahlt. Wer aufgrund sinkender Zinsen mit solchen Papieren bei einem vorzeitigen Verkauf einen Kapitalgewinn erzielt, braucht diesen grundsätzlich nicht zu versteuern (Steuerumgehung vorbehalten).

Eine genaue Prüfung des Vehikels lohnt sich auch bei Anlagefonds. «Kapitalgewinne aus einem thesaurierenden Fonds müssen nicht versteuert werden. Reinvestiert ein Fonds dagegen die erzielten Zinserträge, so sind Abgaben fällig, auch wenn der Anleger keine Ausschüttung erhält», zeigt Rabaglio den Unterschied auf. Keine Vorteile bezüglich Steueroptimierung würden schliesslich verrechnungssteuerfreie Fonds nach Luxemburger Recht bringen. «Schliesslich wird eine Quellen- oder Verrechnungssteuer, die in diesen Fällen nicht zu bezahlen ist, den Steuerpflichtigen wieder zurückerstattet», begründet Rabaglio.

Am einfachsten lassen sich Steuern mit Hilfe von steuerbegünstigten Anlagen der 3. Säule oder mit Lebensversicherungen sparen, sofern diese der Vorsorge dienen. «Während der Laufzeit sind keine Ertragssteuern fällig. Zudem wird das Vermögen bei der Auszahlung privilegiert versteuert», erklärt Frosio. 2009 können Selbständigerwerbende maximal 32832 Fr., Angestellte maximal 6566 Fr. in die 3. Säule einzahlen.

Anzeige

Fest gebundene Vorsorgegelder

Steuerlich begünstigt ist auch der Einkauf in eine Pensionskasse. «Dazu braucht es allerdings eine Vorsorgelücke», so Frosio.

Wer diese Wege der Steueroptimierung wählt, muss sich allerdings bewusst sein, dass seine Gelder fest gebunden sind und nur in Ausnahmefällen vor der Pensionierung bezogen werden können. Dazu gehören unter anderem die Auswanderung, die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder der Kauf eines selbst bewohnten Eigenheims.

Ohnehin kann der Immobilienkauf aus steuerlichen Überlegungen interessant sein. Denn Investitionen in den Unterhalt einer Liegenschaft sind, auch über mehrere Jahre verteilt, abzugsfähig, genauso wie die Hypothekarzinsen. Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten scheint dies keine schlechte Alternative.