Nach einem kurzen Erholungsversuch brach der SMI am Dienstag zeitweise um über fünf Prozent auf unter 4700 Punkte ein. Im Laufe des zweiten Handelstags, nachdem den USA das Top-Kreditrating aberkannt wurde, erholte sich der Index der Schweizer Grosskonzerne aber wieder. Bei Handelsschluss notierte er bei 4997,92 Punkten sogar 0,6 Prozent im Plus.

Auf anderen Handelsplätzen reagierten die Kurse ebenfalls heftig. Der Frankfurter Grosskonzerne-Index DAX am Dienstag büsste zeitweise mehr als sieben Prozent ein und verzeichnete damit den grössten Verlust an nur einem Tag in seiner Geschichte. Er erholte sich am Nachmittag aber auch wieder. Starke Schwankungen zeigte auch der FTSE 100 mit den grössten Titeln der Londoner Börse.

Wall Street im Plus

Ungeachtet eines Einbruchs auf breiter Front an den Börsen in Asien und Europa ist die Wall Street hingegen mit Gewinnen in den zweiten Handelstag der Woche gestartet. Der Dow-Jones-Index notierte im frühen Handel 0,57 Prozent höher und stieg sogar auf über 11'000 Punkte. Auch am späten Nachmittag (Schweizer Zeit) bewegte sich der wichtigste amerikanische Börsenindex, der am Vortag über 5 Prozent verloren hatte, weiterhin im Plus.

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Interessant blieben für Investoren fast nur Gold und der Franken. Der Euro kostete zeitweise weniger als 1,05 Franken. Am späteren Nachmittag lag der Kurs zwischen 1,05 und 1,06 Franken. Der Dollar wurde zu unter 74 Rappen gehandelt. Beide Währungen erreichten damit neue Rekordtiefs gegenüber der Schweizer Währung.

Angst vor Double Dip

In den Märkten herrscht ein tiefer Vertrauensverlust in die USA und Europa, wo man fern von der Gewissheit ist, dass die Regierungen brennende Schuldenprobleme bald in den Griff bekommen. Ein «Double-Dip» in den USA, also ein erneutes Abgleiten der Wirtschaft in die Rezession, ist das Schreckgespenst der Anleger. Auch die Inflation in China schürt weitere Rezessionsängste.

«Rationalität bringt hier gar nichts mehr. Es herrscht Panik in den Räumen der Portfoliomanager, in den Handelsräumen sowieso. Alle schütteln nur noch den Kopf oder halten die Hände vor die Augen», zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Händler in Frankfurt zur Stimmung am Dienstag.

Talfahrt in Asien

In Asien war es vor der Eröffnung der Börsen in Europa und den USA praktisch nur abwärts gegangen. So fiel der Hang-Seng-Index in Hongkong zeitweise um bis zu 7 Prozent. Er erholte sich dann nur leicht wieder und schloss mit einem Minus von 5,66 Prozent. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fuhr aber geringere Verluste als am Vortag ein und ging mit einem Minus von 1,68 Prozent aus dem Handel.

Trotz schlechter Inflationszahlen in China und anfänglicher Verluste beendeten hingegen die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen den Handelstag eher ausgeglichen.

(laf/sda/awp)