Währungen sind ein sehr liquider Markt. Global werden täglich 2 Billiarden Dollar in Währungen gehandelt, gegenüber 300 Mrd Dollar Aktien und 100 Mrd Dollar Obligationen. Klar, dass dieser Riesenmarkt auch andere Anlageklassen mitbewegt. So spielt er für alle in Franken rechnenden Anleger eine Rolle, die im Dollarraum angelegt haben: Die negative Performance der US-Börsen seit Jahresanfang sieht auf Frankenbasis noch einmal 4% schlechter aus.

Gezielte Richtungswetten

Für Anleger bietet der Derivate-Markt unterschiedliche Möglichkeiten, Währungsrisiken zu handhaben und Währungen zu handeln. Auf den ersten Blick verlockend sind «Quanto»-Zertifikate, die beispielsweise auf den Gold- oder Rohölpreis lauten und die Währungsrisiken absichern. Finanziert wird dieser Schutz mit Gebühren.

Denn anders als bei strukturierten Produkten werden diese Währungsrisiken von Banken über Futures abgesichert, und etliche beliebte Basiswerte wie Aktienindizes, Gold oder Rohöl schütten keine Dividenden aus, sonst eine bewährte Quelle für die Finanzierung der Struktur. Eine solche Struktur kostet einen tiefen einstelligen prozentualen Anteil des Wertes des strukturierten Produktes. Alternativ können Anleger auch ihre Währungsrisiken direkt absichern.

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Dazu eignen sich die Call- und Put-Optionen auf die wichtigsten Währungspaare. Hierfür benötigen Investoren zunächst grobe Anhaltspunkte, wie viele Aktien zu welchem Preis und auf welchem Niveau ganz oder teilweise geschützt werden sollen. Bei einem Kostenvergleich mit einem Quanto-Produkt sind zudem die Transaktions- und Rollover-Kosten über die ganze Laufzeit ins Kalkül einzubeziehen.

Währungs-Calls und -Puts ermöglichen zudem gezielte Richtungswetten. Anleger sollten hierbei Vorstellungen über die Richtung der weiteren Entwicklung haben. Sie rechnen also beispielsweise nicht nur mit einem stärkeren Dollar, sondern auch einem schwächeren Franken oder Euro. Neben diesen gängigen und liquiden Währungspaaren gibt es auch exotische Kombinationen mit dem russischen Rubel, dem brasilianischen Real, dem südafrikanischen Rand oder der türkischen Lira. Goldman Sachs bietet hierzu einige Partizipationsinstrumente an.

Kursverluste ausgleichen

Des Weiteren ist es auch möglich, mit Währungs-Richtungswetten mögliche Verluste an Aktienmärkten auszugleichen. So verlief der Wert des Dollar zum Euro seit letztem Sommer ungefähr parallel zum amerikanischen Aktienmarkt: Jedesmal, wenn sich die Wall Street erholte, festigte sich auch der Dollar (und der Euro verlor an Boden). Eine Absicherung gegenüber Kursverlusten an den Aktienmärkten könnte demnach über eine Wette auf einen stärkeren Euro (gegenüber dem Dollar) erfolgen. Vontobel, Goldman Sachs, UBS, Deutsche Bank, die ZKB oder ABN Amro (als Mini Futures) führen einschlägige Calls- und Puts auf die wichtigsten Währungspaare in ihrer Angebotspalette.

Erholt sich der Dollar doch noch?

Einige fundamental arbeitende Analysten weisen indes darauf hin, dass gerade bei der Paarung Euro/Dollar eine Trendwende bevorstehen könnte und das Kalkül der Charttechniker, die einen weiteren Zerfall der US-Valuta erwarten, durchkreuzen könnte. Zudem dauern solche Parallelen nicht ewig – denn aus längerfristiger Sicht sind gerade Währungen eine vom Aktienmarkt relativ unabhängige und aufgrund der Zinssensibilität eher zu Aktien gegenläufige Anlage.

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Schliesslich gibt es auch einige Kapitalschutzprodukte für Anleger, denen Hebelprodukte zu riskant sind oder der Absicherungsbedarf zu gering. So hat Vontobel sechs «Range Notes» auf den Dollar-Franken-Kurs ausstehend. ABN Amro hat deren vier zum Paar Dollar und chinesischer Yüan emittiert, Goldman Sachs sowie Vontobel je zwei zum Dollar-Euro-Gespann. Solche Produkte ermöglichen bei einer beschränkten Rendite und Partizipationshöhe eine vergleichsweise sichere Anlage bei den gängigen Währungspaaren.