Nachdem sich Investmentbanken darauf einstellen, dass ihre Erlöse auf das Niveau von 2003 zurückfallen, streben viele Institute Stellenstreichungen im Umfang von 20% und mehr an. Das geht bei weitem über jene 5% Jobkürzungen hinaus, die die Unternehmen in der Vergangenheit üblicherweise vorgenommen hatten. Einige Personalberater erwarten sogar, dass Investmentbanken im Abschwung bis zu 30% Stellen abbauen.

Die letzte Einstellungswelle begann 2003. Als sich die Geschäftsvolumen und die Märkte nach dem Einbruch 2001/02 erholten, stockten die Institute ihr Personal auf. Eine Reihe von britischen und kontinentaleuropäischen Banken schuf 30 bis 40% neue Stellen. Der Grossteil des Zuwachses fand in den vergangenen zwei Jahren statt.

Auf das Niveau von 2007 zurück

Der jüngst von Goldman Sachs angekündigte Stellenabbau von 10% versetzt nun den Personalstand bei der US-Bank zurück auf das Niveau von Anfang 2007. Die Stellenkürzungen bei der UBS gehen in dieselbe Richtung. Die Schweizer Bank, die zwischen 2003 und 2007 mehr als 40% neue Stellen im Investment-Banking geschaffen hat, baut in diesem Bereich auch wieder radikal ab. Im Oktober teilte das Institut mit, 2000 Stellen zu streichen. Am Jahresende soll die Beschäftigtenzahl bei etwa 17000 liegen. Das entspricht einem Abbau von etwa 6000 Arbeitsplätzen seit dem Höchststand im 3. Quartal 2007.

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Noch drastischer sind die aktuellen Einschnitte bei der Credit Suisse. Die Bank rechnet für das 4. Quartal mit einem Nettoverlust von 2,48 Mrd Dollar. Vor kurzem gab das Institut deshalb bekannt, weltweit 5300 Stellen streichen zu wollen – vor allem im Invest-ment-Banking. Das entspricht 11% des Personalbestands. Tags zuvor begann die Deutsche Bank, im Bereich globale Märkte 900 Jobs oder 12% der Stellen abzubauen. Und die Royal Bank of Scotland, die 2007 die niederländische ABN Amro integriert hat, streicht 2700 Stellen im Bereich Global Banking und Markets.

Es gibt auch Ausnahmen

Viele andere Banken, so schätzen Morgan-Stanley-Analysten, werden nicht so weit gehen. So hat die Corporate- und Investmentbanking-Einheit der Société Générale unter den europäischen Banken am wenigsten gekürzt. Bei der Bank gebe es nur 100 bis 200 Entlassungen und keine Pläne für weiteren Jobabbau.