Während andere Stiftungs- und Pensionsfonds mit dem Bärenmarkt kämpfen, konnte der Stiftungsfonds der Harvard University im vergangenen Steuerjahr, das im Juni endete, Gewinne zwischen 7 und 9% einstreichen. Das wurde aus dem Umfeld der Universität bekannt.

Das Stiftungsvermögen, das Ende des Steuerjahres 2007 bei 35 Mrd Dollar lag, vermehrte sich durch Investments in Rohstoffe, Anleihen und einige starke Hedge-Fonds. Das Ergebnis lag zwar unter den durchschnittlich 15% pro Jahr der vergangenen zehn Jahre, in Anbetracht des äusserst schwierigen Marktumfelds ist es dennoch erstklassig. Viele institutionelle Investoren haben in den letzten zwölf Monaten die schlechteste Performance seit sechs Jahren erzielt.

Gutes Ergebnis trotz Wechsel

«Harvard würde damit besser als alle anderen Stiftungen abschneiden, die wir analysieren», sagt Craig Tonre von Northern Trust, die Performance-Daten von fast 90 Stiftungen und Pensionsfonds sammeln. Die Gruppe, die ein durchschnittliches Vermögen von 1 Mrd Dollar verwaltet, verlor im Schnitt 3,1%, nur einer von fünf Fonds schnitt positiv ab. Harvard wird die endgültigen Ergebnisse erst in einem Monat bekannt geben.

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Die guten Zahlen kommen zu einer Zeit, in der sich Harvard Management (HMC) – das Unternehmen, das die Stiftung managt – im Umbruch befindet. Im Dezember trat Mohamed EI-Erian als Chef von HMC zurück. Interimschef wurde daraufhin Robert Kaplan, vormals führender Goldman-Sachs-Manager.

Ihm folgte am 1. Juli 2008 Jane Mendillo, die bis dahin als Chief Investment Officer am Wellesley College arbeitete. Der Erfolg der Harvard-Anlagestrategen ist vor allem auf ein starkes Engagement in einzelnen Anlageklassen zurückzuführen. So hatte die Stiftung zu Anfang des Steuerjahres 17% des Vermögens in Rohstoffe, unter anderem Holz und Farmland, investiert – für einen institutionellen Anleger eine ungewöhnlich hohe Position.