Wer nach dem rasanten Preisanstieg auf 147 Dollar vor zwei Wochen die 150-Dollar-Marke beim Rohölpreis in Griffweite sah, sieht sich – vorläufig – enttäuscht: Letzte Woche lagen die Notierungen wieder bei 120 Dollar, bevor der Preis wieder um 4 Dollar stieg. Das war der zweitgrösste nominale Anstieg in jüngster Vergangenheit. Ursache des jüngsten Anstiegs war der Rückgang der Benzinlager in den USA um 3,5 Mio Barrel. Analysten hatten mit einem Anstieg um 400000 Barrel gerechnet, was vom Markt als Indikator für die weiterhin ungebremste Fahrt der Amerikaner interpretiert wurde. Die Rekordpreise führten offenbar nicht zu einer Einschränkung beim Autofahren.

Spekulation oder Nachfrage?

Uneinig sind sich die Energie-analysten. Es gibt Stimmen, die darauf verweisen, dass die Amerikaner ihre Autofahrten einschränken, die Industrie weniger verbraucht und dass ein Platzen der jüngsten Spekulationsblase, die sich gebildet haben soll, nur noch eine Frage der Zeit ist. Andere verweisen darauf, dass sich der Verbrauch nicht so rasch senken lässt. Dieses Lager bekam Rückenwind durch die Analysten von Goldman Sachs, die für das 2. Halbjahr mit Durchschnittspreisen um 149 Dollar pro Barrel rechnen. Sie bezeichnen die jüngste Korrektur als «vorübergehend und weniger als permanent», die fundamentalen Rahmenbedingungen – fallende Produktion und steigende Nachfrage – seien unverändert. Hinzu kommen politische Faktoren wie der angekündigte Rücktritt des israelischen Ministerpräsidenten oder Förderprobleme von Royal Dutch Shell nach einem Sabotageakt auf eine Pipeline in Nigeria. In diesem Umfeld mit rasch wechselnden Vorzeichen bietet EFG International ein Twin-Win-Produkt auf den Rohölpreis an. Bei solchen Produkten verdienen Anleger Geld, wenn der Rohölpreis ordentlich steigt oder fällt. Ungünstig ist es, wenn der Preis stagniert – dann erhalten Anleger praktisch gar nichts. Solche Twin-Win-Produkte sind zudem eher keine Trading-Instrumente. Nicht immer ist die Kursstellung logisch nachvollziehbar. Schlecht ist es auch, wenn der Preis zu stark steigt oder fällt – dann werden die oberen bzw. unteren Barrieren solcher Produkte touchiert. Bei den beiden jetzt von EFG International lancierten Produkten liegen diese bei 57,5% nach unten und 142,5% nach oben (für EFBLN) und 70% nach unten bzw. 170% nach oben (für EFBLO). Das erste ist damit eher für Anleger geeignet, die fallende Preise sehen, das zweite für Rohölpreis-«Bullen». Die Laufzeit der beiden in Euro denominierten Produkte mit 100% Partizipation nach oben und unten endet in 30 Monaten, es besteht ein 100%-Kapitalschutz (in Euro).

Schnappt «Shortys»

Drei Open-End-Preistracker in den Währungen Dollar (TCLCI), Euro (ECLCI) und Franken (CCLCI) emittiert die UBS. Diese ETC basieren auf dem CMCI-Rohölindex. Mit je einem «Shorty» können Anleger zudem auf tiefere Preise bei Öl der Sorte WTI (VN 4283 071) und Brent (4283 070) wetten. Diese beiden «Shorties» sind nur für risikofähige Anleger geeignet, die die Preise ständig beobachten. Auch Goldman Sachs bietet je drei neue Open-End-Zertifikate auf die WTI- und Brent-Notierungen in den drei Währungen Dollar (WTI: CLOEU, Brent: LCOEU), Euro (CLOEE bzw. LCOEE) und Franken (CLOEC bzw. LCOEC). Solche Preistracker ohne weitere Features machen die Bewegung des Rohölpreises praktisch eins zu eins mit – wer sie kauft, setzt auf ein Richtungsszenario ohne das Risiko-Rendite-Profil der Hebelprodukte.

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