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Heiss oder flau? Die Börse im Sommer

Minus auf dem Parkett: Sommerflaute oder Trend?

Wenn die Sonne scheint und das Thermometer steigt, sinken oft die Kurse an der Börse. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Veröffentlicht am 27.07.2018

Sell in May? In der Fachsprache redet man von Kalenderanomalien: Die Börsen entwickeln sich – rein statistisch – nicht zu jeder Jahreszeit gleich gut, es gibt bessere und schlechtere Monate.

Die bekannteste Faustregel dazu lautet «sell in May and go away» und tatsächlich wurde schon für drei Dutzend Länder nachgewiesen, dass etwas dran ist. Kurz: Im Winterhalbjahr November bis April lassen sich mit Aktien tendenziell bessere Erträge erzielen als im Halbjahr Mai bis Oktober.

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Aber je nach Detailbetrachtung sieht es wieder anders aus. Ein Blick auf die Schweizer Börsen zeigt etwa: Im astronomischen Sommer – 21. Juni bis 22. September – entwickelte sich der SMI in den letzten zwanzig Jahren 14-mal schlechter als im Gesamtjahr – und nur 6-mal besser.

Die Richtung war indes meistens gleich: Der SMI hatte in 16 von 20 Sommern den gleichen Trend wie übers gesamte Jahr (siehe Grafik unten).

Vergleich
Lesebeispiel: Im Sommer 2017 (also vom 21.6.2017 bis zum 22.9.2017) legte der SMI fast 2 Prozent zu; im ganzen Jahr 2017 gewann der SMI über 14 Prozent.
Quelle: Handelszeitung

Dieses Jahr sieht nach einem statistischen Ausreisser aus. Im Juni sank die Schweizer Börse auf den tiefsten Stand des Jahres. Zu Beginn des kalendarischen Sommerjahres notierte der SMI bei unter 8500 Punkten. Mittlerweile ist der Markt bei weit über 9000 Punkten.

Gleiches Bild beim breiter gefassten SPI: Innerhalb von knapp fünf Wochen kletterten die Kurse um fast zehn Prozent. Weit entfernt ist die Baisse vom Juni. Greifbar sind die Höhenflüge vom Januar, als der Markt auf ein neues Allzeithoch zusteuerte.

Schweizer Aktien mit dem höchsten Kurs-Gewinn-Verhältnis (Stand: Juli 2018)

  • Medartis:  133 
  • Mikron:  129 
  • Züblin Immobilien:  126 
  • Crealogix:  104 
  • Dufry:  100 
  • Swiss Re:  88 
  • Carlo Gavazzi:  73 
  • Temenos:  71 
  • Forbo:  70 
  • Bachem:  56

Betrachtet man das ganze Jahr bis jetzt, gibt es denn auch einige Aktien, mit denen Anleger gut Geld hätten verdienen können. Am stärksten entwickelte sich der Titel von Tornos. Plus 74 Prozent. Die Aktie von CPH Chemie + Papier erzielte ein Plus von 65 Prozent. Swissquote notiert einen Anstieg von 55 Prozent.

Die weiteren Sieger dieses Jahres sind:

  • VPB Vaduz: +49 Prozent
  • SNB: +48 Prozent
  • Vifor: +47 Prozent
  • Cassiopeia: +46 Prozent
  • Logitech: +41 Prozent
  • Edisun: +38 Prozent
  • Siegfried: +30 Prozent

(rap)