Ermittler, die den Investmentskandal um Bernard Madoff untersuchen, richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die Mittelsmänner, die Anlagen in Milliardenhöhe für die Fonds von Madoff anwarben. Die Behörden wollen wissen, was diese Mittelsmänner ihren Klienten wirklich erzählt haben. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte, dass die Vermittler über die Machenschaften von Madoff Bescheid wussten.

Verluste von 30 Mrd Dollar haben vermögende Einzelpersonen, Stiftungen und Bankgiganten bislang publik gemacht. Madoff selbst sprach von potenziellen Verlusten in Höhe von 50 Mrd Dollar. Die Mittelsmänner ihrerseits sagen, auch sie seien Opfer und hätten ebenfalls Geld verloren.

Das Schneeballsystem Madoffs wäre jedoch schon vor Jahrzehnten zusammengebrochen, hätte es der ehemalige Nasdaq-Chef nicht immer wieder geschafft, neue Anleger zu finden. Um den Geldfluss aufrechtzuerhalten, wandte er sich an eine Gruppe von Mittelsmännern, die seine Investmentstrategie anpriesen. Dafür erhielten sie von Madoff Provisionen - und viele von ihnen wurden damit reich.

Frage der Sorgfaltspflicht

Einige der Mittelsmänner sind mittlerweile von ihren Klienten verklagt worden. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht - der Aufdeckung von betrügerischen Absichten - nicht nachgekommen seien und ihren Klienten oft nicht einmal gesagt hätten, dass deren Geld in Madoff-Fonds investiert wurde.

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So wussten zum Beispiel die Kunden des im vornehmen Beverly Hills ansässigen Vermögensverwalters Stanley Chais nicht, dass ihr Geld in Wirklichkeit in Madoffs Investmentfirma floss. An der vermeintlich erfolgreichen Geldanlage beteiligte sich Chais aber mit einer Gebühr von 4,5%. Angeblich wusste er nichts von dem Schneeballsystem Madoffs.