1. Home
  2. Invest
  3. HelloFresh liebäugelt weiter mit einem Börsengang

Plan
HelloFresh liebäugelt weiter mit einem Börsengang

HelloFresh liebäugelt weiter mit einem Börsengang
Hello Fresh: Der Anbieter ist auch in der Schweiz tätig. Caroline Freigang

Der Online-Mahlzeitendienst HelloFresh kann sich weiter einen Börsengang vorstellen – obwohl in den USA ein Konkurrent nach dem IPO bei Anlegern rasch in Ungnade gefallen ist.

Der Lebensmittel-Versender HelloFresh denkt wieder über einen Börsengang nach. «Wir halten uns alle Optionen offen», sagte der Chef des Berliner Unternehmens, Dominik Richter, dem «Manager Magazin» auf die Frage nach einem möglichen Börsengang schon im September. Vom Misserfolg des US-Konkurrenten Blue Apron am Aktienmarkt lässt sich Richter dabei nicht stören.

«Der Blue-Apron-Börsengang hat für uns nur bedingt Aussagekraft. Wir spielen in einer ganz anderen Liga.» So sei HelloFresh in neun Ländern auf drei Kontinenten etabliert und wachse inzwischen bei geringeren Verlusten stärker als Blue Apron. Die zu zehn Dollar ausgegebenen Blue-Apron-Aktien haben in zwei Monaten an der New Yorker Börse fast die Hälfte ihres Wertes verloren.

Ein heisser Kandidat fürs Parkett

HelloFresh gilt bei Investmentbankern als ein Börsenkandidat für diesen Herbst. Allerdings dürften sich alle Börsenpläne erst nach der Bundestagswahl am 24. September materialisieren. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen, an dem der Startup-Investor Rocket Internet 53 Prozent hält, entsprechende Pläne wieder begraben. Nach Informationen von Reuters hatte HelloFresh im Mai die Investmentbanken Morgan Stanley, JPMorgan und Deutsche Bank mit den Vorbereitungen für einen neuen Anlauf betraut.

Das Unternehmen liefert Lebensmittel nach Hause, mit denen sich nach Rezept Menüs zusammenstellen und kochen lassen. Im Dezember war HelloFresh in einer Finanzierungsrunde mit zwei Milliarden Euro bewertet worden. «Ob wir von Externen mal etwas höher oder niedriger bewertet werden, ist nicht mehr als eine Momentaufnahme», sagte Richter. «Das gilt auch für den Preis bei einem möglichen Börsengang. Für uns ist viel wichtiger, was wir in drei oder fünf Jahren wert sind.»

Deutliches Wachstum

Im ersten Halbjahr hat Hellofresh den Umsatz mit seinen 1,25 Millionen Kunden nach eigenen Angaben um 53 Prozent auf 435 Millionen Euro gesteigert, allein im zweiten Quartal wurden 33,7 Millionen Mahlzeiten ausgeliefert. Von Januar bis Juni lief ein operativer Verlust (Ebitda) von 46,5 (Vorjahr: 45,7) Millionen Euro auf.

(reuters/mbü)

Anzeige