Das ist die Bewertungsfalle. Kann ein Unternehmen starkes Wachstum zeigen, sind Anleger bereit auch hohe KGVs für die Aktien auf den Tisch zu legen. Kommt es dann aber früher oder später zur Enttäuschung und Bremsspuren im Expansionstempo, dann verlieren solche Titel oft enorm an Wert.

Einen solchen Vertrauensverlust erlebt auch Helma Eigenheimbau. Der Anbieter von Fertighäusern in Massivbauweise und von Ferienimmobilien an der Ostsee konnte in früheren Jahren stark zulegen. Zwischen 2010 und 2016 steigerte der Baukonzern seinen Umsatz regelmässig mit Raten von zehn bis 20 Prozent und teils mehr im Jahr und der Gewinn stieg zumindest proportional dazu. So hatte sich der Umsatz in den sechs Jahren von 74,5 auf 263,8 Millionen Euro fast vervierfacht und der Gewinn je Aktie war von 0,50 auf 3,37 Euro und damit in etwa auf das Siebenfache explodiert.

Das Wachstum geht weiter, die Bewertung hat sich halbiert

In diesen Boomjahren waren Anleger bereit, KGVs zwischen 15 und 20 für die Aktie hinzublättern. Dann gab es Anfang 2017 die erste Gewinnwarnung und im vergangenen Januar die nächste. Zuletzt hat auch noch der Oktobercrash für weitere Kursverluste gesorgt. Infolge dessen hat sich die Aktie in nur zwei Jahren bereits halbiert. Allerdings: Das Wachstum ist zwar abgebremst, aber das KGV hat sich dadurch halbiert.

Dabei verbuchte Helma im ersten Halbjahr sogar einen Umsatzrückgang von 110,1 auf 96,6 Millionen Euro. Da der Fokus nun aber auf profitableren Projekten liegt, kletterte der Gewinn vor Steuern von 5,7 auf 7,0 Millionen Euro und das Ergebnis von 1,0 auf 1,23 Euro je Aktie.

Inzwischen gibt es Helma zum günstigen 7er-KGV

Für das Gesamtjahr peilt Firmenchef Gerrit Janssen nun einen Anstieg beim Vorsteuerergebnis von 19,1 auf 21,0 bis 22,5 Millionen Euro an und im nächsten Jahr sollen es sogar 23,5 bis 26,0 Millionen Euro werden. Ist in diesem Jahr schon ein Gewinnanstieg von 3,25 auf etwa 3,70 Euro je Aktie drin, so könnte das Ergebnis je Anteil im nächsten Jahr sogar bei 4,20 Euro je Anteil liegen. Und das ist ein günstiges 7er-KGV.

Am Dienstag präsentiert Manager Janssen sein Unternehmen auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Auf diesem für Nebenwerteanleger sehr wichtigen Roadshow-Event, stellen sich dutzende Firmen vor und das stösst auch bei Investoren und Analysten auf grosses Interesse. Kann der Helma-CEO das angeknackste Vertrauen wiederherstellen, dann sind bei der Aktie ganz schnell wieder Kurse von 35 bis 40 Euro drin. 

Helma Eigenheimbau AG

ISIN: DE000A0EQ578

Gewinn je Aktie 2019e: 4,20 €

KGV 2019e: 7,0

Dividende/Rendite 2018e: 1,50 €/5,1%

EK je Aktie: 23,43 €

EK-Quote: 30,1 Prozent

KBV: 1,3

Kurs/Ziel/Stopp: 29,55/42,50/20,30 €


* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent ( DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent).

Anzeige