Bis Jahresende soll laut Analystenschätzungen der SMI unverändert zwischen 5400 und 6100 Punkten liegen. Optimistisch ist man bei der Bank Sarasin, wo ein Aufwärtspotenzial von 20% gesehen wird, skeptischer ist Sal. Oppenheim, die zwar einen Anstieg bis 6000 Punkte erwartet, aber danach einen Rückgang auf 5500 bis 5800 Punkte sieht.

Anleger haben damit die Wahl zwischen optimistischen und pessimistischen Szenarien mit Kursgewinnen zwischen 0 und 20%. Mit Hebelprodukten liegt ein hoher Kursgewinn drin, wenn der SMI bis Jahresende 20% zulegt - hier ist aber das Risiko grösser als bei Garantieprodukten, die nur einen Teil eines Aufwärtstrends mitmachen, dafür einen guten Schutz vor einem Einbruch versprechen.

Risikoklassen zur Vereinfachung

Jüngst hat der Schweizer Verband für Strukturierte Produkte SVSP (SVSP) mit dem Value at Risk (VaR) ein bei professionellen Geldmanagern häufig genutztes quantitatives Risikokonzept für etliche Retailderivate eingeführt. Anleger haben über die Webseite scoach.ch leichten Zugang zu den Informationen. Hinter dem aus historischen Daten berechneten Kennwert steht das Verlustpotenzial eines Instruments. Ein VaR von 15 bedeutet mit 99% ein Verlustrisiko von maximal 15% in den kommenden fünf bis zehn Tage. Der Verlust kann in Ausnahmesituationen indes deutlich grösser sein.

Anzeige

Kapitalschutzprodukte weisen ein VaR bis 5 auf, strukturierte Produkte, die für eine Renditeverbesserung eingesetzt werden, kommen auf bis zu 40, und bei Calls, Puts oder Mini-Futures in Long- und Short-Varianten kann das VaR bis 100 gehen. Zum Vergleich: Blue Chips kommen auf 40, Obligationen auf 5 bis 15 und für kleine Nebenwerte oder Emerging Markets kann das VaR hohe zweistellige Werte erreichen. Zur Vereinfachung hat der SVSP entsprechende Risikoklassen von 1 (tiefes VaR) bis 6 (hohes VaR) eingeführt.

Die in den letzten Tagen besonders rege gehandelten SMI-Warrants SMJKD, SMIFL und SMIDE liegen alle in der höchsten Risikokategorie. Aber der weit im Geld liegende Put SMIXZ, der einen Ausübungspreis von 10 000 SMI-Punkten aufweist, fällt beispielsweise bereits in die Kategorie 3, weil hier der Puffer fast 50% beträgt. Calls im Bereich der höchsten SMI-Prognosen für das Jahresende wie SMIQ, SSMYY oder SMZKV liegen alle in der Stufe 6.

Performance hat Preis und Risiko

Anleger, die den Index ohne Schutz- oder Hebelelemente kaufen möchten, greifen zu den Indextrackern. Liquide Scheine wie SMIIT oder SMIDB kommen mit einem VaR von 17 in die Kategorie 3, Discounter wie JTSMD, SMIDS, DCSMI oder VCSMX in die Kategorie 2 mit VaRs bis 5. Beim Discounter BSDAK liegt das VaR aufgrund des weit entfernten Caps bei 4,5% und Stufe 1. Auf diesem Niveau bewegen sich auch Kapitalschutzprodukte wie ENSMI, SMICN, JRSMB oder ZKB7L6. Und zwischen VaR unter 5 und über 15 liegt die Spanne der Barrier Reverse Convertibles. VON8TR etwa kommt auf 3, weil hier der Cap mit 6008 SMI-Punkten höher liegt als bei REVEA miti 5527.

Die mögliche Performance hat ihren Preis und ihre Risiken. Und diese steigen nicht nur in Abhängigkeit von bestimmten Derivatekategorien, sie hängen auch stark von der Ausgestaltung der Produkte und insbesonders von Barrieren, Caps und Schwellen ab.