Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat in einer Twitter-Nachricht der «Preistreiberei» am Markt für Spezialmedikamente den Kampf angesagt. Daraufhin brachen einige Titel weg: Der Nasdaq Biotechnology Index brach 4,4 Prozent ein und die Anteile von Merck & Co. gaben 2,2 Prozent nach.

Hintergrund des Tweets ist eine Story der «New York Times», wonach ein Medikament über Nacht massiv verteuert wurde – von 13.50 Dollar pro Tablette auf 750 Dollar. Die Rechte am Medikament – Darapim – wurden zuvor von einem ehemaligen Hedge-Fund-Manager aufgekauft. Der Preisanstieg sei mittlerweile wieder rückgängig gemacht worden, meldeten diverse Online-Portale. Darapim wird unter anderem zur Behandlung von Aids eingesetzt.

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— Hillary Clinton (@HillaryClinton) 21. September 2015

 

Den stärksten Kursverlust in dem Nasdaq-Subindex verzeichnete mit einem Minus von 16,8 Prozent Sequenom Inc. Das hing allerding nicht mit Hillary Clinton zusammen; bei dem Gentechnikunternehmen ging CEO William J. Welch von Bord, um andere Interessen zu verfolgen. Die Zügel übernimmt zwischenzeitlich Dirk Van Den Boom, wie Sequenom mitteilte.

Auch die Anteile von ImmunoGen Inc. standen unter hohem Druck. Die Biotechnologiefirma, die Krebsmittel entwickelt, wurde von Morgan Stanley auf «Untergewichten» abgestuft, auch weil die Konsenserwartungen über den möglichen Erfolg der Phase- II-Studie von IMGN 853 zu optimistisch blieben. Die Aktie ging 15,9 Prozent niedriger aus dem Handel, nachdem sie bereits am Freitag mehr als zehn Prozent verloren hatte.

Starke Finanzwerte

Während die Biotech-Branche einen fiesen Wochenstart erlebt hat, tendierte die Wall Street allgemein fester. Anleger betrachteten die Wachstumsaussichten im Lande positiver, nachdem drei Vertreter der US-Notenbank am Wochenende eine Zinserhöhung dieses Jahr als gerechtfertigt bezeichnet hatten. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,8 Prozent auf 16’510,19 Punkte, während der breitere Standard & Poor’s 500 mit 1966,97 Zählern 0,5 Prozent fester aus dem Handel ging. Unter den zehn grossen Branchengruppen im S&P 500 waren vor allem Werte aus Finanzwesen und Informationstechnologie gesucht.

«Am Montag gab es eine Rally, weil der Markt am Donnerstag und Freitag zu weit gegangen ist», sagte Stanley Nabi, Vice Chairman of Silvercrest Asset Management Group in New York, mit Blick auf die Kursverluste Ende der vergangenen Woche. Nach der Entscheidung der Fed, ihren Leitzins unverändert zu lassen, hatte die Wall Street am Donnerstag und Freitag Federn lassen müssen.

(awp/ise/chb)