Der Schweizer Blue-Chip-Index SMI setzt die Talfahrt der letzten Tage beinahe ungebremst fort. Damit nimmt auch die Anspannung an den Märkten zu. So lassen die starken Ausschläge beim VSMI, dem Schweizer Volatilitätsindex, auf eine immer grössere Nervosität der Investoren schliessen. Denn nach der kurzfristigen Beruhigung nach dem Beschluss des Euro-Rettungspakets nähert sich das Stimmungsbarometer bereits wieder neuen Jahreshöchstwerten an.

Doch nicht nur die Schuldenkrise drückt die Stimmung, auch kurzfristige Ereignisse, wie die zunehmenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea, belasten die Märkte. Daran wird sich so bald nichts ändern. Für Aktienanlagen erwarten die Analysten der Bank Sarasin in den kommenden Monaten jedenfalls bedeutende Abwärtsrisiken. Anleger sollten sich gegen mögliche Verluste absichern. Dabei stehen Investoren etwa Stop-Loss-Strategien, Short ETF, Futures-Kontrakte oder Optionen zur Wahl.

Absichern wie Profis

Die Experten der Bank Sarasin unterscheiden zwischen zwei Absicherungsvarianten: Kurzfristig gegen negative Marktentwicklungen und langfristig auf den Kapitalerhalt abzielend (siehe auch Text nebenan). Je nachdem, welches Ziel der Investor erreichen will, werden die verschiedenen Instrumente kombiniert und unterschiedlich stark gewichtet. Doch die Experten raten dabei, die persönlichen Bedürfnisse des Anlegers genau zu beachten und die Strategie entsprechend festzulegen.

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Denn alle Anlageformen haben ihre Nachteile und ihre Risiken. Wer etwa eine Stop-Loss-Grenze setzt und die Papiere beim Unterschreiten eines bestimmten Werts verkauft, kann von einer allfälligen Erholung nicht profitieren. Dafür ist diese Lösung relativ preiswert und schützt vor starken Kursverlusten.

Auch Futures-Kontrakte gelten als vergleichsweise günstig. Dabei verpflichtet sich ein Investor, einen Titel zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen, und profitiert so von sinkenden Märkten. Futures sind jedoch aufwendiger und nicht für jedermann geeignet.

Mit ETF gegen Kursverluste

Das gilt auch für die Absicherung von Kursrückschlägen mit Put-Optionen. Sie werden zudem mit steigender Volatilität teurer. Auch Short ETF sind mit einem etwas grösseren Kapitalaufwand verbunden. Die Indexfonds legen zu, wenn der zugrunde liegende Index verliert. Steigen die Aktienkurse an, verliert der ETF an Wert. Mit dem SMI Short Daily ETF von db x-trackers gibt es zwar seit wenigen Tagen ein Produkt auf den wichtigsten Schweizer Börsenindex, doch ist es noch nicht an der SIX kotiert. Ein gutes Dutzend Short ETF auf europäische Indizes wie den DAX und Euro Stoxx 50 werden aber bereits gehandelt. Sie konnten von der düsteren Stimmung an den Märkten entsprechend profitieren.