Etwas im Schatten des mondänen - und jetzt unter Druck gekommenen «Wealth Management» steht meist das Asset Management: Dieser Bereich der Vermögensverwaltung arbeitet stark standardisiert und hat zwar eine globale Reichweite, aber auch eine globale Konkurrenz. Im Kern geht es hier immer um die Frage: Wie kostengünstig lassen sich Dienste und Produkte «herstellen» und vertreiben?

Diese Fragen beantworten die in der Schweiz kotierten grösseren Gesellschaften unterschiedlich gut, obwohl sie von der Börse her Rückenwind haben: In den letzten zwölf Monaten legten die Aktien von Partners Group und Gottex mehr als 120% zu. Lediglich die von Julius Bär abgespaltene GAM stagnierte per saldo seit dem Börsengang Anfang letzten Oktober.

Magerer Neugeldzufluss

GAM legte denn jetzt auch Zahlen zum letzten Geschäftsjahr vor, die von gewichtigen Einmalfaktoren dominiert werden: So den Einmalgewinn durch den Verkauf von Julius Bär, einen Goodwill-Abschreiber von 1,3 Mrd Fr. und einen Gewinn von 920 Mio Fr. aufgrund des Verkaufs von Artio, eine weitere Abspaltung von Julius Bär via IPO an der US-Börse. Abgesehen von diesen Sonderereignissen fiel der Reingewinn mit knapp 150 Mio Fr. leicht über den Erwartungen aus, aber der Zufluss neuer Gelder lag mit 400 Mio Fr. weit unter den Schätzungen. Die Analysten der Bank Vontobel bleiben bei ihrer «Halten»-Empfehlung.

Anzeige

Die in Baar ZG domizilierte Partners Group dagegen ist auf Private Equity-Fonds spezialisert. Mit diesen Vehikeln engagieren sich Anleger direkt bei Firmen, die (noch) nicht an der Börse gelistet sind. Solche Anlagen sind vergleichsweise illiquide - und in einer Finanzkrise, während deren viele Investoren ihre Verschuldung abbauen mussten, deshalb besonders unter Druck. Dennoch konnte Partners Group das verwaltete Vermögen letztes Jahr um 5% auf gesamthaft 25,7 Mrd Fr. ausbauen. Letztes Jahr erkannten die Geldmanager von Partners Group erfolgreich die Nöte der anderen Player am Markt und legten spezielle Vehikel für «distressed» Wertpapiere. Partners Group profitiert auch vom Trend, dass eine immer kleiner werdende Gruppe wie Blackstone, KKR oder Apollo in diesem Geschäft immer mehr Geld mit weniger, aber grösseren Deals bewegt.

Im Bilanzjahr 2009 soll das von Partners Group verwaltete Vermögen zwischen 4 und 5 Mrd Fr. zunehmen. Die Analysten der Citigroup rechnen mit 4,3 Mrd Fr. und einem Umsatzansteig von 20% auf 369 Mio Fr.; unter dem Strich sollen 233 Mio Fr. Reingewinn verbleiben, entsprechend 8,8 Fr. pro Aktie. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf der Basis der aktuellen Gewinnschätzung ist Partners Group im Branchendurchschnitt bewertet und wird von den Analysten der Citigroup zum Kauf empfohlen.

Die im Vergleich zu Partners Group und GAM deutlich kleinere Gottex ist auf Hedge-Fonds spezialisert, zählt aber dort mit einem verwalteten Vermögen von 8,2 Mrd Dollar zu den 20 grössten Managern weltweit. Allerdings ist das die Hedge-Geschäft trotz einem sehr guten 2009 immer noch angeschlagen zu gross war der Einbruch 2008 und der damit verbundene Vertrauens- und Vermögensverlust.

Der jüngste Bericht der Londoner Investmentbankboutique Cazenove zur Branche weist für den Gottex-Market-Neutral-Fonds ein Plus des Wertes von 10,3% aus - der Fonds liegt damit im hinteren Mittelfeld, genauso wie im Zweijahresvergleich, wo sich zwischen Januar 2008 und Dezember 2009 ein Minus von 12,7% einstellte. Dieser gemischte Ausweis schlägt sich auch im Discount der Gottex-Aktie gegenüber dem Sektor nieder. Dieser liegt jetzt bei 11%.

Die Delle bei den Anlagevehikeln und die Rückgabe von Fondsanteilen durch Kunden schlagen zudem auf die Ergebnisse durch, weil im Hedge-Fonds-Geschäft «Hochwassermarken»-Bonus-Modelle üblich sind: Erst wenn die Verluste vergangener Jahre wieder aufgeholt sind, fliesst wieder eine Erfolgsbeteiligung. Die beiden grossen Gottex-Fonds «Market Neutral» und «Plus» liegen noch 8 bis 10% «unter Wasser». Die Analysten der Credit Suisse erwarten für das Resultat 2009 zwar nur einen Umsatzzuwachs von 18%, aber praktisch eine Verdoppelung des Reingewinns auf 12 Mio Dollar und raten zum Kauf der Aktie.