INDUSTRIE. Mit Quadrant, Feintool und Schaffner präsentieren drei Small Caps aus dem Industriebereich Angaben zum Quartalsergebnis. Ihre Aktienkurse standen in den letzten Monaten unter Druck. Während die Probleme beim Feinschneidespezialisten Feintool hausgemacht erscheinen, sind die Gründe für die schleppende Kursentwicklung beim Spezialkunststoffhersteller Quadrant vor allem im Marktumfeld zu suchen. Beim Komponentenhersteller Schaffner hingegen zeichnet sich nach einer Turnaround-Phase eine weitere Erholung ab.

Zahlen konnten nicht beflügeln

Quadrant musste aufgrund eines vorsichtigeren Einkaufsverhaltens der Investitionsgüterindustrie, insbesondere in den USA, im 3. Quartal zwar einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen, dagegen konnte eine Steigerung der operativen Margen erzielt werden. Der operative Cashflow erhöhte sich gleichzeitig um 11% auf 57,3 Mio Fr. Für 2008 zeigt sich die Firma angesichts der Rahmenbedingungen ebenfalls vorsichtig optimistisch. Den Aktienkurs, der sich seit einem Jahr im Sinkflug befindet, konnten die Zahlen trotzdem nicht beflügeln. Einzig ein Angebot der Private-Equity-Firmen BC Partners und Cheyne Capital Anfang September verhalfen ihm zu einem Zwischenhoch. Doch auch diesbezüglich ist es ruhig geworden. «Wir können nichts Neues sagen», erklärt Quadrant-CFO Wolf-Günter Freese auf Anfrage. Angesichts einer möglichen Übernahme, der mittelfristigen Wachstumschancen und der guten Positionierung des Unternehmens im Markt wird Quadrant weiterhin Potenzial zugerechnet, weshalb zwei von vier Analysten die Titel als Kauf empfehlen.Mit einer Umsatzsteigerung sowie einer Verbesserung bei Auftragseingang und -bestand ist es der Lysser Feintool-Gruppe gelungen, die Analystenerwartungen leicht zu übertreffen. Die gute Entwicklung rücke nach der erst kürzlich reduzierten operativen Prognose in den Hintergrund, relativiert Mark Diethelm, Analyst der Zürcher Kantonalbank, jedoch die Zahlen. Ähnlich tönt es von anderen Analysten: «Die Top-Line ist beim Feinschneidespezialisten in Ordnung, das Problem liegt in der Profitabilität.» So konnte bereits im Vorjahr der gute Auftragsbestand nicht in entsprechende operative Fortschritte umgewandelt werden. Insbesondere das Segment Kunststoff-/Metallkomponenten wird als Sorgenkind erkannt. «Der Bereich müsste verkauft werden», zeigt ein Analyst einen Lösungsweg auf. Die Feintool-Aktien konnten nach den Umsatzzahlen um 2,5% auf einen Kurs um 407 Fr. zulegen, obwohl die Analysten dem Titel kaum Potenzial zurechnen. Mehrheitlich werden die Aktien auf Halten gesetzt, während Helvea die Papiere gar zum Verkauf empfiehlt.

Positives Geschäftsmomentum

Am 2. November 2007 wird schliesslich Schaffner mit Angaben zur Umsatzentwicklung und zum Bestellungseingang im 4. Quartal des Geschäftsjahrs 2006/07 aufwarten. Das Unternehmen ist auf elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und Power Quality (Stromqualität und Netzeffizienz) spezialisiert. Im Automotivebereich ist es dem Unternehmen gelungen, Kostensenkungen zu erzielen und höhere Preise am Markt durchzusetzen. «Für Schaffner ist das Geschäftsmomentum zurzeit positiv», beurteilt Helvea-Analyst Reto Amstalden. Insgesamt erwartet er von den Zahlen kaum Überraschungen. DieKonsensschätzungen liegen bei einem Jahresumsatz von rund 162 Mio Fr. «Wichtiger als die Umsatzzahlen ist jedoch die Profitabilität», erklärt Amstalden und verweist auf das Gesamtjahresergebnis, welches am 6. Dezember publiziert wird. Insgesamt sind die Analysten optimistisch: Zwei von fünf empfehlen die Titel zum Kauf.

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