Die Hoffnungen der Investoren an die Präsentation der Jahresergebnisse von Zurich Financial Services (ZFS) vom Donnerstag, 4. Februar, sind hoch: Mittlerweile sprechen sowohl die Analysten von JP Morgan als auch jene der Deutschen Bank von einer «wahrscheinlichen» Aufstockung der Dividende auf 14 Fr.

Die Versicherungsaktie käme damit auf eine «gesunde reale Rendite von 6,2%», wie es bei der Deutschen Bank heisst. Damit könnte auch wieder etwas Leben in die Aktie kommen, die sich in letzter Zeit schwächer als der Sektor und der Gesamtmarkt entwickelt hat.

Nichtleben-Markt schrumpft

ZFS kann sich die Aufstockung der Ausschüttung laut den Analysten leisten: Die finanzielle Kraft der Gruppe ist gross; mit ihrer Solvabilität (Eigenmittelanforderung) liegt ZFS europaweit an der Spitze bei grossen Konzernen. Auch die operativen Kosten, gemessen am «Combined Ratio», dem Verhältnis zwischen Kosten- und Schadensätzen, dürften sich kaum vom 98%-Vorquartalswert wegbewegen. Neben der Dividende und dem Combined Ratio erwarten Anleger auch Hinweise, ob und wie stark die Reserven für die Auszahlung von Ansprüchen angezapft worden sind und - beim ersten Auftritt des neuen CEO Martin Senn - den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr und einige Hinweise über die Strategie. Beim operativen Gewinn von ZFS erwarten die Analysten bei der Deutschen Bank 5,3 Mrd Fr. und beim Reingewinn 3,08 Mrd Fr. Daraus leitet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7 für das laufende Jahr ab. Sie empfehlen die Aktie zum Verkauf. Zum genau Gegenteiligen raten die Analysten von Exane trotz ähnlicher Prognosen. Grund ist ein wichtiger Hinweis zum zukünftigen Geschäftsverlauf. Dieter Wemmer, der Finanzchef von ZFS, hatte auf einen schrumpfenden Nichtlebenmarkt in diesem Jahr hingewiesen.

Allianz-Werte im Vergleich teuer

Nach dem Zurich-Ergebnis werden Analysten ihre Prognosen für die Konkurrenten Allianz (Ergebnismeldung am 25. Februar) und Axa (18. Februar) leicht anpassen. Für die deutsche Allianz erwarten die Analysten von CA Chevreux bereits jetzt einen Rückgang des Gewinns pro Aktie von 2% in diesem und 6% im nächsten Jahr. Sowohl in der Leben- als auch in der Nichtlebensparte ist das Anlageergebnis unter Druck, weil selbst aus einem erstklassigen Obligationenportefeuille in einer Niedrigzinsumgebung kaum eine attraktive Rendite erwirtschaftet werden kann. Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 9 in diesem Jahr höher bewertet als die von ZFS. Bei CA rät man auch daher zum Verkauf des Titels. Bei der französischen Axa wird zwar das Ergebnis Ende dieses Monats vermeldet, bereits am 6. Februar könnten jedoch Neuigkeiten über die beabsichtigte vollständige Übernahme des Asien-Pazifik-Geschäfts erwartet werden, mit der der französische Versicherungsriese sich in einer Wachstumsregion verstärkt und das stagnierende Prämienvolumen in den «reifen» Märkten kompensieren möchte. Aus den Kosten dieser Transaktion resultiert eine Gewinnverwässerung um 3,6%, erwarten die Natixis-Analysten. Aus den steigenden Aktienkursen und einem damit verbundenen besseren Finanzergebnis leiten die Analysten aber einen höheren Zielkurs von 21 Euro bei einem KGV von 8 für das laufende Jahr ab. Das ist ein Potenzial von 35%. Bei CA empfiehlt man Axa deshalb zum Kauf.

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