Das Jahresergebnis 2008 von Givaudan hat den Anlegern nicht geschmeckt. Die Titel des Duftstoff- und Aromaherstellers mussten starke Abgaben hinnehmen und sind zeitweise um mehr als 10% auf knapp 722 Fr. eingebrochen. Dies, obwohl das Unternehmen ein organisches Umsatzplus von 2,5% erzielen und damit das Marktwachstum von 2% übertreffen konnte. Die amerikanische Konkurrentin International Flavors & Fragrances (IFF) etwa erzielte 2%.

Unter dem Strich hat Givaudan die Erwartungen der Anleger jedoch enttäuscht. So ist die Ebitda-Marge um 30 Basispunkte auf 20,6% gesunken, der Reingewinn ist mit 111 Mio Fr. aufgrund von Währungsverlusten deutlich hinter den Prognosen zurück geblieben. «Die bereinigte Ebit-Marge konnte trotz hoher Synergieeffekte von 140 Mio Fr. nicht verbessert werden», schreibt Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank weiter. Negativ aufgefallen ist zudem der Rückgang der Bruttomarge wegen höherer Rohstoffpreise sowie der Umsatzrückgang im 4. Quartal 2008, der auf rückläufige Verkaufszahlen bei Kunden wie LOréal, Unilever und Kraft zurückzuführen ist.

Gestärkte Marktposition

Dass Givaudan an den Zielen für 2010 festhält, wurde von den Analysten positiv aufgenommen. Bis 2010 peilt das Unternehmen eine Ebitda-Marge von 22,7% an und strebt aus der Integration von Quest Einsparungen in der Höhe von 200 Mio Fr. an. «Wir betrachten die Bestätigung als positiv, besonders unter Berücksichtigung des derzeitigen Umfelds», schreibt Vontobel-Analyst René Weber. Zudem ist er überzeugt, dass der Duftstoffhersteller aufgrund der starken Position weitere Marktanteile gewinnen kann. Da die Givaudan-Titel im Vergleich zur Konkurrenz nicht mehr günstig sind, empfiehlt die Mehrheit der Analysten die Aktien zum «Halten».

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 NACHGEFRAGT
«Gutes Resultat in schwierigem Umfeld»

Matthias Währen, Chief Finance Officer, Givaudan, Vernier GE.

Wie kommentieren Sie das Geschäftsergebnis 2008?

Matthias Währen: Wir sind in einem schwierigen Umfeld mit stark steigenden Rohmaterialkosten und negativen Währungseinflüssen um 2,5% gewachsen. Dies ist ein gutes Resultat.

Die Erwartungen wurden verfehlt.

Währen: Es ist für uns schwer nachvollziehbar, welche Berechnungen da zugrunde liegen. Das operative Ergebnis wurde durch die Wechselkurse und die schwächere Bruttomarge belastet.

Wie geht es 2009 weiter?

Währen: Auf kurze Sicht geben wir keine Guidance ab. An den längerfristigen Zielen halten wir aber fest.

Wie werden diese Ziele erreicht?

Währen: Mit den Integrationsprojekten sind wir schneller als geplant vorangekommen. So konnten wir bereits 140 Mio Fr. einsparen. Nun folgen Einsparungen auf der Produktionsseite. Zudem wird sich die selektive Preiserhöhung 2009 positiv auswirken.

Keine Angst vor der Krise?

Währen: Einzig das Luxusparfümeriegeschäft dürfte die Krise spüren. Unser Geschäft ist konjunkturresistent.