Etlichen Industriefirmen geht es gegenwärtig gut: Die Auftragsbücher sind voll, das Geschäft in China oder mit der Öl- und Gasindustrie läuft rund. Dennoch zeigen sich viele Unternehmen beim Ausblick sehr zurückhaltend. Auch bei den Firmen, die jetzt noch mit Ergebnissen aufwarten, wird der Ausblick mindestens so wichtig wie der Rückblick sein.

Winter schadet Geberit nicht

Wenn am 12. August der Sanitärtechniker Geberit seine Zahlen präsentiert, sind die Erwartungen hoch, zumal das Unternehmen vom kalten Winter weniger betroffen war. «Allerdings sind die Konsensschätzungen für das laufende Jahr bereits anspruchsvoll und Schätzungsanpassungen nach oben eher unwahrscheinlich», heisst es bei der Bank Vontobel. Die Prognosen würden den schwachen Euro nur teilweise berücksichtigen. Die Messlatte für den 1.-Halbjahres-Gewinn liegt bei 221 Mio Fr., sprich einem Plus von 9%. Zwar hat Geberit eine Spanne von 23 bis 25% als Ziel angegeben, der Analystenkonsens liegt aber mit 27,3% noch darüber. Die Aktie gilt als «hoch» bewertet und bekommt bei Vontobel nur ein «Halten»-Rating.

Schindler, der Lift- und Rolltreppenkonzern, wird am 17. August die 1.-Semester-Zahlen vorlegen. Die Analysten von CA erwarten bei einem mit 2,1 Mrd Fr. praktisch unveränderten Umsatz einen um 12% auf 255 Mio Fr. verbesserten operativen Gewinn. Die Bestellungseingänge sollen um 12% auf 2,32 Mrd Fr. zulegen. Unter dem Strich soll ein Reingewinn von 328 Mio Fr. eingespielt werden. «Die Konkurrenten meldeten ebenfalls höhere Bestellungseingänge, vor allem aus Asien», so die Analysten, «Schindler schaffte es, in den letzten zwei Quartalen mehr Aufträge hereinzuholen als andere. Die Frage ist jetzt, ob dieses Tempo beibehalten werden konnte.» Aufgrund steigender Rohmaterialienkosten, einer ungünstigeren Vergleichsbasis und eines absehbar schwächeren Bestellungseingangs raten die CA-Analysten zum Verkauf der Titel.

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Weiter Verluste bei OC Oerlikon

Ebenfalls am 17. August wartet OC Oerlikon mit Zahlen auf. Der Analystenkonsens geht von einem Jahresverlust von 122 Mio Fr. auf operativer Stufe und von einem Reinverlust bei 90 Mio Fr. aus. Beim Zwischenergebnis stehen die Auftragszahlen und die Rentabilität im Vordergrund. Beide Kennwerte sollten eine positive Entwicklung nach dem 1. Quartal zeigen.

Aktuell wird die Firma zum einfachen Buchwert und zum 21-Fachen der ersten Gewinnschätzungen für 2011 gehandelt. Die Kursziele liegen zwischen 5 und 5.80 Fr. und damit deutlich höher als die aktuellen Preise. Hier dominieren «Halten»-Empfehlungen.