Einige der weltgrössten Banken erhöhen derzeit massiv ihre Investments im 400 Mrd Dollar schweren Markt für staatlich garantierte Bankanleihen. Im vergangenen Jahr verständigten sich die USA, Grossbritannien und die meisten europäischen Regierungen darauf, für neue Schuldverschreibungen der Banken zu bürgen, um die eingefrorenen Kreditmärkte wieder aufzutauen.

Die Konsequenz ist, dass die staatlich garantierten Papiere mittlerweile attraktiver sind als Staatsanleihen selbst. Die durchschnittliche Renditespanne auf staatlich garantierte Bonds ist wesentlich höher als jene auf Staatsanleihen, obwohl beide denselben Garantiegeber haben. Demzufolge drängen die Rentenabteilungen der Banken in diese Anlageklasse, um von den höheren Zinsen bei relativ geringem Risiko zu profitieren. Schnell wurden sie zu marktbeherrschenden Käufern und haben Zentralbanken, Vermögensverwalter, Pensionsfonds und Versicherer an die Seite gedrängt.

Run der Finanzhäuser

Laut BNP Paribas sind seit November vergangenen Jahres staatlich garantierte Anleihen im Wert von 400 Mrd Dollar von Banken verkauft worden. Und noch in diesem Jahr sollen Papiere für weitere 600 Mrd Dollar auf den Markt kommen. Banker vom Londoner Anleihenmarkt schätzen, dass Geldinstitute etwa 30% der staatlich garantierten Bankanleihen gekauft haben. Das entspricht einem Anteil von 120 Mrd Dollar.

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Nach Ansicht von Marktteilnehmern sind JP Morgan Chase und HSBC Holdings unter den grössten Käufern von Bankanleihen. Beide verwalten mit die grössten Einlagevolumina der Welt. Sie sind auf relativ stabile Anlagen mit vernünftiger Rendite angewiesen, um ihre vielfältigen Geschäfte zu finanzieren.

Auch auf dem Feld der normalen Unternehmensanleihen tummeln sich Banken verstärkt. So erwarben sie 38% der 850-Mio-Euro-Tranche an vorrangigen Lufthansa-Anleihen (Rating: BBB-), die am 17. März ausgegeben wurden. Im Mai 2006, als die Fluggesellschaft Bonds begab, deckten sich Banken gerade mal mit 12% ein.