SPIELKONSOLEN . Auf dem Konsolenmarkt hat sich Sony mit der Playstation 3 (PS3) erstmals seit dem Europa-Start Ende März an die Spitze der deutschen Verkaufscharts gesetzt: Das geht aus Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor.

Demnach hat der japanische Elektronikkonzern im Oktober 37000 Einheiten der PS3 abgesetzt und ist damit an Nintendos Wii vorbeigezogen. Die bereits seit einem Jahr verfügbare Konsole lag lange Zeit unangefochten an der Spitze und verkaufte sich im Oktober 28000-mal. Microsoft kam mit der Xbox 360 zuletzt auf 12000 Einheiten, ist mit ihrer aktuellen Konsole allerdings bereits seit zwei Jahren auf dem Markt.

Abgespeckte Version kommt an

Damit geht Sonys neue Strategie offenbar auf. Der Konzern bietet seit Anfang Oktober eine abgespeckte Version der PS3 für 399 Euro an. Zum Europa-Start im März lag die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) noch bei 599 Euro. Allerdings hatte die erste Version noch eine Festplatte mit 60 Gigabyte (GB) an Bord. Ausserdem liessen sich auf ihr auch Spiele nutzen, die für die ältere PS2 programmiert waren. Die aktuelle Version der PS3 verfügt über eine 40-GB-Festplatte und ist nicht mehr abwärtskompatibel. Zudem verweist Sony auf die zuletzt «deutlich steigende Auswahl an attraktiven Softwaretiteln», so Guido Alt, Sprecher von Sony Computer Entertainment (SCE) Deutschland.Gemessen an den gesamten Absatzzahlen, liegt Nintendo in Deutschland jedoch noch klar in Führung. Unterm Strich hat das Unternehmen in Deutschland laut GfK bislang gut 389000 Wii verkauft. Die Xbox 360 ging bis Oktober 328000-mal über den Ladentisch, die PS3 gut 172000-mal. Allerdings ist die Wii technisch weniger aufwendig als PS3 und Xbox 360 (UVP 349 Euro) und mit einem Preis von 249 Euro auch deutlich günstiger.

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Neue Konsole als Umsatzbuster

Die PS3 gilt als eines der wichtigsten Produkte des japanischen Elektronikriesen. Erst im Juni hatte Sony-Konzernchef Howard Stringer erklärt, die Entwicklung der Konsole werde «entscheidend» für Sonys Zukunft sein. Der erfolgsverwöhnte Konzern hatte angesichts hoher Entwicklungskosten für die PS3, einer verspäteten Markteinführung und des schleppenden Verkaufsstarts unter wachsendem Druck gestanden. Allein im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Spiele-Sparte Sony einen operativen Verlust von 1,9 Mrd Dollar beschert. Mit der neuen PS3-Version ziehen die Verkäufe nun aber auch in anderen Märkten wie den USA oder Japan spürbar an.