Der Goldpreis erreichte kürzlich mit 937 Dollar pro Feinunze ein neues Rekordhoch. Im Gefolge dieser Hausse verteuerten sich auch Silber, Platin und Palladium. Aber nicht bei allen diesen Metallen stehen die jüngsten Preisfortschritte auf einer soliden Basis.

Im Gegensatz zum Gold steht der Silberpreis mit 16.50 Dollar lediglich auf einem Zwischenhoch. Ob Silber indes noch ein Edelmetall ist, ist umstritten. Silber wird lediglich von vier Minengesellschaften weltweit solitär gefördert. Sonst fällt Silber praktisch als Nebenprodukt der Gold- und Industriemetallförderung an. Weil aufgrund der höheren Nachfrage nach diesen Metallen laufend neue Minen eröffnet werden und die Produktion dementsprechend hochgefahren wird, dürfte in den kommenden Jahren zunehmend mehr Silber auf die Märkte kommen. Schliesslich ist der Silbermarkt deutlich weniger liquid als der Goldmarkt, er gilt als relativ intransparent und im Gegensatz zu Gold dominieren industrielle Verwendungen die Nachfrage.

Sinkende Nachfrage

Der wichtigste Abnehmer war die Foto- und Filmindustrie, wo Silber für die Entwicklung von belichtetem Material benötigt wurde. Dieses Segment absorbiert indes aufgrund des Siegeszugs der Digitalkameras lediglich noch ein Sechstel der Förderung – etwa halb so viel wie noch vor zehn Jahren. Etliche Tonnen Silber werden von den Herstellern für Luxusgüter, in erster Linie Bestecke, gekauft. Der Rest wird von der Industrie für spezielle Anwendungen benötigt.

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Mittelfristig erwarten die Analysten von CIBC steigende Preise. Ihre Argumente sind Produktionsbeschränkungen der Minen, die Nachfrage von Investoren und ETF, Rückgang der Wiederverwertungsrate von der Fotoindustrie, Einflüsse der Absicherungsgeschäfte von Minen sowie höhere Nachfrage aus der Industrie. Von den traditionellen Nachfragern (Schmuck, Fotoindustrie, Münzen) sind indes kaum Impulse zu erwarten.

Anleger, die auf weiter steigende Silberpreise setzen, werden sich unter den über 350 in der Schweiz erhältlichen Hebelprodukten umsehen. ABN Amro, Goldman Sachs, UBS, Vontobel und die Deutsche Bank bieten Calls und Puts an. Soliden Umsatz gab es bei den Calls XAGSE, XAGWM und SILHG, die Ausübungspreise zwischen 14 und 17 Dollar haben und – aufgrund des spielenden Wettbewerbs – mit engen Spreads gehandelt werden.

Anleger, die lediglich an der Wertentwicklung partizipieren möchten, können zwischen acht Preis-Trackern derselben Anbieter wählen. Hohe Handelsvolumen weisen aktuell SLVOE, PMTAD, DB3XAG und SILVQ auf. Zahlreiche Discount-Zertifikate auf Silber bietet die Deutsche Bank an, konservative Anleger dürften sich an die Produkte mit nicht agressiven Konditionen (tiefer Ausübungspreis) halten.

Beim Platin ist der Edelmetallstatus unbestritten. Indessen gibt es hier mit der Autoindustrie einen wichtigen industriellen Abnehmer, Platin ist für die Abgaskatalysatoren nach wie vor unentbehrlich. Die Analysten der Citigroup erwarten für die kommenden Jahre weiterhin hohe Preise. Ihre wichtigsten Argumente sind Dollarschwäche und Grenzen bei der Förderung. Erst ab 2012 dürfte die Produktion wesentlich ausgeweitet werden können.

Quanto-Produkte schützen

Für Platin gibt es lediglich knapp 40 Hebelprodukte, aber der Handel konzentriert sich gegenwärtig auf den Call DB9R55 sowie die Mini-Futures MXPTA, MXPTC und XPTAB. Hohe Volumen gibt es gegenwärtig bei den Trackern PMTAC und VZOPL, die den Preis des Platins abbilden und defensiver sind als die Calls oder die Mini-Futures. Noch konservativer ausgestaltet ist der von Vontobel begebene Bonus-Schein VON7HF, diese Bank hat auch zwei Kapitalschutzprodukte auf Platin emittiert.

Weil die Silber- und Platinnotierungen in Dollar lauten, stehen den Kursgewinnen beim Basiswert mögliche Kursrückgänge auf der Währungsseite gegenüber. Für Kleinanleger ist eine entsprechende Währungsabsicherung relativ kostspielig. Quanto-Produkte auf Edelmetalle federn diesen Währungseffekt ab, die Kosten (ein tiefer einstelliger Prozentsatz des Anlagewertes pro Jahr) sind tiefer als bei jeder Do-it-yourself-Lösung.