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Aclado: Ab ins Netz

Roche Tower Basel
Roche Tower Basel

Im September startete in der Schweiz die erste Online-Plattform, die sich auf Geschäftsliegenschaftenspezialisiert.

Von Urs Aeberli
17.10.2012, Aktualisiert am 25.10.2012

Seit dem 21. September 2012 ist mit Aclado das erste Portal für Geschäftsimmobilien in der Schweiz online. In Deutschland zum Beispiel gibt es schon seit einiger Zeit spezialisierte Plattformen für Büroflächen und Gewerbeobjekte, so etwa mit buerosuche.de, gewerbeimmobilien24.de oder immopro24.eu. Hierzulande dagegen standen den Anbietern von Geschäftsliegenschaften bislang nur Portale zur Verfügung, welche auf Wohn­immobilien ausgerichtet sind und somit Büroflächen und Gewerbeobjekte meist «nebenher» behandeln.

Schneller und effizienter vermarkten

Das gehe in der Regel mit beschränkten Darstellungs-, Such- und Interaktionsmöglichkeiten für Anbieter und Immobilensuchende einher, erklären die beiden Geschäftsführer Daniel Bernard und ­Mario Scholz. Scholz kommt aus der Be­ratungsbranche und ist für die Geschäftsentwicklung und die Strategie von Aclado zuständig; Bernard stammt aus der Softwarebranche und ist für die Software und Techno­logie von Aclado verantwortlich. Die beiden Geschäftsführer erklären, dass es für die Anbieter aufwendig sei, Geschäftsliegenschaften auf traditionellen Immobi­lienplattformen einzustellen. Zudem, so beobachten sie, führe das Eingaberaster zu unvollständigen und ungenauen Informationen über die einzelnen Objekte. ­Sowohl Suchende als auch Anbieter verbringen dadurch unnötig Zeit mit unspezifischen Anfragen.

Die stiefmütterliche Behandlung von Geschäftsimmobilien erstaunt. Sie stellen rund einen Fünftel der Objekte und etwa einen Viertel des Werts des Schweizer ­Immobilienmarkts. Und das Segment wächst deutlich, wie Immobilienexperten der Credit Suisse erwarten. Sie errechnen allein für das laufende Jahre einen Mehrbedarf von knapp 190 000 Quadratmetern Bürofläche, dies unter der Annahme einer Nettofläche von 18 Quadratmetern pro ­Arbeitsplatz und einer Beschäftigungs­zunahme von 1,6 Prozent vor allem in der IT- und Architekturbranche.

Während beispielsweise Mietwohnungen durchschnittlich einen Monat auf dem Markt sind, liegt die Verweildauer für Geschäftsliegenschaften in der Regel ­mindestens bei einem halben Jahr. Aclado will Anbietern und Maklern helfen, solche ­Flächen schneller und effizienter zu vermarkten. Dafür bietet die Plattform diverse Features. Die Objekte sind zunächst in ­sieben Kategorien unterteilt wie beispielsweise Büro, Verkaufsfläche oder Lagerraum. Die Suchkriterien variieren je nach Kategorie, sodass nur die jeweils relevanten Kriterien zur Auswahl stehen. Para­meter wie Flächengrösse, Mietpreis oder sogar ÖV-Takt lassen sich mittels Schieberegler bestimmen. Weitere Eigenschaften werden mit Checkboxen aktiviert, und für ganz spezifische Suchbegriffe steht eine Volltextsuche zur Verfügung. Gegenwärtig umfasst die Plattform hauptsächlich die Deutschschweiz; eine Integration der West­schweiz ist für die nahe Zukunft geplant.

Diskrete Eigentümer

Während die Plattform sehr transparent über die Kundenangebote informiert, halten sich die Betreiber mit Informationen über sich zurück. Verraten wird lediglich, dass das Aktionariat von Aclado aus einer Handvoll Schweizer Unternehmer bestehe.

 

Geschäftsliegenschaften: Rekordtiefe Zinsen 40 Jahre anbinden

Swap-Hypothek
Bei Geschäftsliegenschaften und Mehrfamilienhäusern empfiehlt es sich, für einem Teil der Hypothekarfinanzierung die rekordtiefen Kreditzinsen 30 oder gar 40 Jahre anzubinden. Maximilian Mülke von der FInanzierungsberatungsfirma Pro ressource empfiehlt dafür Swap-Hypotheken. Diese kombinieren Geldmarkthypotheken mit einem langen Swap.

Umschuldung
Bei den tiefen Zinsen mag sich gar der Ausstieg aus einer Festhypothek lohnen, wie das Beispiel eines Kunden von Pro ressource zeigt. Dieser bezahlte für den vorzeitigen Ausstieg einer bis 2017 laufenden Festhypothek von 12 Millionen Franken eine Vorfälligkeitsentschädigung von 1 Million. Diese erfolgte durch die kurzzeitige Hypothekaraufstockung, damit kein zusätzliches Kapital nötig wurde. Den Betrag kompensierte der Kunden über Einsparungen bereits in den ersten drei Jahren. In dieser Zeit sank der Durchschnittszins nämlich von 3,3 auf 0,73 Prozent. Nach drei Jahren wurde der Zins für 27 Jahre bei 2,35 Prozent fixiert.

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