Der Immobilienblasenindex der UBS (Real Estate Bubble Index) ist im vierten Quartal 2012 weiter gestiegen. Wie die Grossbank mitteilte, kletterte das Barometer um 0,09 Indexpunkte auf 1,11 und dringt damit tiefer in die Risikozone vor. Der Anstieg widerspiegle eine weitere Steigerung der ungesunden Abhängigkeit vom tiefen Zinsniveau und bestätige damit die Zunahme der Ungleichgewichte auf dem Immobilienmarkt.

Der hiesige Immobilienmarkt weise zwar weiterhin keine eindeutigen Charakteristika einer Preisblase auf, so die UBS weiter. Doch bei anhaltendem Trend dürfte der Index die Blasenzone (Indexwert grösser 2) Ende 2014 erreichen. Der Immobilienblasenindex der UBS hatte gerade erst im dritten Quartal 2012 erstmals seit den 1990er-Jahren die Risikozone (Indexwert über 1) erreicht.

Im Berichtsquartal habe sich die Abhängigkeit des hohen Preisniveaus von den tiefen Finanzierungskosten weiter akzentuiert, heisst es weiter. Dies dürfte die künftige Marktentwicklung bestimmen. Erstens würden die extrem günstigen Kredite das Kostenverhältnis von Kauf und Miete verzerren, welches mittlerweile deutlich über seinem langfristigen Gleichgewichtswert liege.

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Zweitens liessen die tiefen Zinsen Immobilien in Relation zum Einkommen weiterhin als relativ günstig erscheinen - eine Fehlwahrnehmung, die vielen Haushalten nach Auffassung der UBS bei einer Zinserhöhung grosse Probleme bescheren dürfte.

Zürich und Genf mit grösstem Korrekturpotenzial

Drittens stütze die Jagd nach Rendite das Interesse an Immobilien als Investitionsobjekte. Zwar könnte die jüngste Erholung an den Finanzmärkten und die abnehmende Suche der Anleger nach sicheren Häfen die Bergfahrt der Immobilienpreise im laufenden Quartal bremsen. Der Grossteil der Nachfrage komme jedoch aus dem Inland, so dass ohne einen deutlichen Anstieg der langfristigen Zinsen keine Trendwende zu erwarten sei, so die UBS-Ökonomen.

Mit dem Vorstossen des Real Estate Bubble Index zählt die UBS neu auch die Wirtschaftsregionen Appenzell Innerrhoden, Luzern und das Prättigau zu den Monitoring-Regionen, das heisst zu Regionen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial. Damit werde die nicht nachhaltige Preisentwicklung in vielen Tourismusregionen der Schweiz reflektiert.

Die Regionen mit dem grössten Korrekturpotenzial blieben indes weiterhin um die Wirtschaftszentren Zürich und Genf zu finden.

(tno/aho/sda/awp)