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Weltvergleich: Rasch teurer

Viscosistadt Emmenbrücke LU
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Eine Studie von Lloyds TSB International zeigt, dass die Immobilienpreise weltweit in den Ländern am stärksten gestiegen sind, in denen auch die Wirtschaft rasant wächst.

Von klaus rimnov
17.10.2012, Aktualisiert am 30.10.2012

Vier der sechs Immobilienmärkte mit den stärksten Preissteigerungen seit 2001 sind Schwellenmärkte, einschliesslich der drei Länder mit den stärksten Zuwächsen. In Indien ist mit 284 Prozent (preisbereinigt, also nach ­Berücksichtigung der Konsumentenpreis­inflation) der stärkste Anstieg seit 2001 zu verzeichnen – das entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von 14 Prozent pro Jahr. Den zweithöchsten Anstieg (209 ­Prozent) meldet Russland, gefolgt von Südafrika (161 Prozent). Insgesamt sind die Immobilienpreise in den 32 beobachteten Ländern in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 56 Prozent (preis­bereinigt) gestiegen und haben damit die Schweiz bei weitem überholt.

Plus 30 Prozent in der Schweiz

Suren Thiru, Ökonom bei Lloyds TSB International, bestätigt: «Die Entwicklung der Immobilienpreise in Schwellenmärkten spiegelt zum Teil ihre stärkere gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Vergleich zu Ländern wie der Schweiz.» In der Schweiz war bei den Immobilienpreisen in den letzten zehn Jahren ein Anstieg von 30 Prozent zu beobachten. Dahingegen war der Anstieg in Indien im gleichen Zeitraum neunmal höher als in der Schweiz.

«Immobilienpreise und Wirtschaftswachstum sind häufig eng miteinander verknüpft. Ein Anstieg von 30 Prozent in der Schweiz seit 2001 erscheint im Vergleich zu den beeindruckenden Wachstumsraten in Indien eher gering. Doch die Schweizer Zahlen können auch als Zeichen der relativen Stabilität des Landes auf dem Wohnimmobilienmarkt interpretiert werden. In der Schweiz sind die Preise in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen, im Gegensatz zum Immobilienboom und zum anschliessenden Einbruch, der in vielen anderen Ländern zu notieren war», fügt Thiru hinzu.

Der erhebliche Anstieg der Immobilienpreise in Indien widerspiegelt den Anstieg des indischen Bruttoinlandprodukts (BIP) um 280 Prozent im gleichen Zeitraum. Insgesamt ist das BIP in den zehn Ländern mit dem grössten Anstieg der Immobilienpreise seit 2001 durchschnittlich um 155 Prozent gewachsen. Dies ist fast das Vierfache des durchschnittlichen BIP-Wachstums von 43 Prozent, welches die zehn Länder mit der schlechtesten Immobilienpreisentwicklung (darunter Deutschland, Irland und ­Japan) verzeichneten.

Die Grossen sind die Verlierer

Die Hälfte der sechs Länder, die seit 2001 ein Sinken der Immobilienpreise zu melden hatten, gehört zu den G8 und damit zu den acht grössten Wirtschaftsnationen der Welt. So hat Japan den grössten Rückgang der Immobilienpreise zu verzeichnen (minus 30 Prozent), gefolgt von Irland (minus 23 Prozent) und Deutschland (minus 17 Prozent). Die Länder mit den grössten Immobilienpreiszuwächsen bis zur globalen Finanzkrise sind unter den schlechtesten Performern seit 2007.

Zwischen 2001 und 2007 verzeichneten Litauen (330 Prozent) und Russland (298 Prozent) den grössten Anstieg der Immo­bilienpreise. Vier der sechs Top-Performer im Markt zwischen 2001 und 2007 zählten zudem zu den schlechtesten Performern von 2007 bis 2011. Dies veranschaulicht das Ausmass des globalen Immobilienbooms und des darauf folgenden Einbruchs, der die letzten zehn Jahre kennzeichnete. Litauen hat sowohl den grössten Anstieg der Immobilienpreise bis 2007 (330 Prozent) als auch den grössten Preis­einbruch seit 2007 (minus 59 Prozent). ­Indien stellt die Ausnahme dar. So konnte das Land sowohl den grössten Zuwachs bei den ­Immobilienpreisen zwischen 2001 und 2007 (152 Prozent) als auch den ­drittgrössten Anstieg bei den Immobilien­werten von 2007 bis 2011 (21 Prozent) verzeichnen. Hongkong hatte den grössten Anstieg bei den Preisen seit 2007 (66 Prozent), gefolgt von Israel (43 Prozent) und Indien (21 Prozent).

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