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Risiko
Immobilienmarkt veranlasst die SNB zur Sorge

Immobilienmarkt: Der Preisdruck dürfte hoch bleiben. Keystone

Die Schweizerische Nationalbank zeigt sich besorgt über den Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt. Das Ungleichgewicht habe zugenommen und der Preisdruck bleibe hoch.

Veröffentlicht am 16.06.2016

Die Ungleichgewichte im Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt sind nach Ansicht der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im vergangenen Jahr wieder leicht angestiegen.

Zwar sei das Kreditvolumen etwas weniger stark gewachsen und das Wachstum der Immobilienpreise habe sich etwas verlangsamt. Allerdings hätten sich gleichzeitig auch das BIP, das Bevölkerungswachstum und die Mietpreise schwächer entwickelt, schreibt die SNB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Stabilitätsbericht.

Banken gehen mehr Risiko ein

Das Wachstum des Hypothekargeschäfts der inlandorientierten Banken sei auch im vergangenen Jahr stark geblieben, stellt die Nationalbank in dem Bericht fest. Dabei sei auch der Anteil der risikoreicheren Kredite mit einer hohen Belehnung im Verhältnis zum Immobilienwert weiter angestiegen und die Exposition der Banken bezüglich des Zinsänderungsrisikos habe sich weiter erhöht.

Weiterhin sei allerdings die Kapitalisierung der meisten Banken im Verhältnis zu den regulatorischen Minimalanforderungen genügend gross, um auch die Verluste in den meisten ungünstigen Szenarien aufzufangen, stellt die SNB fest. Dabei nennt die SNB namentlich die Szenarien einer Euro-Schuldenkrise sowie eines Zinsschocks.

Preisdruck dürfte hoch bleiben

Auch weiterhin könnten die Risiken für die Finanzstabilität aus dem Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt zunehmen, mahnt die SNB. Sie verweist dabei insbesondere auf den nur schwachen Anstieg der zugrundeliegenden Makrodaten. Auch dürfte der Preisdruck im Immobilienmarkt weiterhin hoch bleiben, solange sich die Zinssätze nicht wieder normalisierten - womit sich auch das Risiko eines künftigen starken Preisrücksetzers bei einem Wiederanstieg der Zinsen erhöhe.

Die SNB werde die Entwicklung in den Märkten und insbesondere auch die von den Banken eingegangenen Risiken weiter verfolgen, heisst es in dem Bericht. Gleichzeitig werde der Bedarf für eine Anpassung des antizyklischen Puffers «regelmässig überprüft».

(awp/jfr/ama)

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