Auch in der Schweiz sind Indexfonds (Exchange Traded Funds ETF) sehr beliebt. Entsprechend schnell wächst das Angebot: Die sechs grossen Anbieter RBS, Xmtch, Deutsche Bank/db-Trackers, iShares, Lyxor und UBS haben inzwischen rund 110 dieser Anlagevehikel aufgelegt.

Tiefe Gebühren sind Trumpf

Neben der Transparenz und der Sicherheit (als Fonds werden ETF bei Konkurs des Emittenten als Sondervermögen behandelt) sind die Produkte vorab wegen ihren günstigen Gebühren gefragt. Die besten Index-ETF kommen auf Gesamtkosten von 0,16% pro Jahr - deutlich weniger, als viele vergleichbare Fonds, die lediglich passiv einen Index nachbilden. ETF eignen sich für die Eins-zu-eins-Abbildung von Aktien- und Bondindizes aus reifen und aufstrebenden Märkten. Allein für die Schweiz gibt es vier ETF auf den Blue-Chip-Index SMI, einen auf den SMIM Index, der die Mid Caps umfasst, sowie zwei weitere auf den SLI, bei dem die Gewichte der höchstkapitalisierten Firmen auf 10% beschränkt sind.

In den letzten Monaten sind weitere Varianten mit Hebeleffekten (doppelt so grosse Performance wie der zugrunde liegende Index, allerdings auch doppelt so grosses Verlustpotenzial) und inverser Funktionsweise (fällt der Basiswert einen Punkt, steigt der Wert des ETF um einen Punkt) hinzugekommen. Viel Aufsehen erregten auch die von der Zürcher Kantonalbank ZKB aufgelegten ETF auf Gold und weitere Edelmetalle. Der Gold-EFT wird dabei mit physischem Gold unterlegt, zählt zu den weltweit grössten dieser Kategorie, hat mehr Gold gebunkert als viele Notenbanken in ihren Kellern haben und ist bei Anlegern beliebt als Schutz vor einer möglichen Hyperinflation oder einem Kollaps des Weltfinanzsystems.

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Gesamthaft schneiden ETF bei den Kosten, der Handelsqualität, der Informationsqualität und der Transparenz gut ab, wie das erste umfassende Rating von ETF in Deutschland ergab. Die Ratingagentur Scope stellte Mängel vor allem bei einzelnen Indizes, die als Basiswerte verwendet werden, fest. Dabei stehen nicht die grossen, etablierten Länderindizes im Vordergrund, sondern vielmehr die exotischen Märkte. Hier werden die Indizes oft durch wenige, hoch gewichtete Einzelaktien dominiert, was zu Klumpenrisiken führt. Diese Problematik besteht unabhängig vom rechtlichen Mantel auch bei Index-Derivaten oder -Fonds.

ETF selten mit «echter» Basis

Insgesamt erwiesen sich beim separat vorgenommenen Test der Indizes die von den Börsen berechneten Indikatoren als transparenter und nachvollziehbarer als die von Banken selber entwickelten und berechneten Indizes. Die besten Benchmarks waren die Stoxx-600-Gesamtindizes, die vom gleichen Anbieter berechneten Stoxx-600-Branchenindizes für Finanzdienstleister und Lebensmittelhersteller.

Auch in den Produkten ist gelegentlich nicht das, was auf der Verpackung steht. Rund 40% der von Scope untersuchten ETF bilden die Indizes vollständig durch den Kauf von Aktien oder Index-Futures nach. 60% der ETF arbeiten mit Swaps als Replikationsmethode. Dabei kann das Geld von Aktienindex-ETF auch in Obligationen oder beliebige Aktien investiert werden - die exakte Nachbildung erfolgt über den Swap.