Exchange Traded Funds (ETF) feiern in Europa ihren 10. Geburtstag. Im April 2000 wurden in London und Frankfurt die ersten der börsengehandelten Indexfonds kotiert. Während dieser Dekade haben die ETF beachtliche Volumen generieren können. In der Schweiz sind aktuell 341 Produkte gelistet. 2009 wurde mit den Vehikeln ein Umsatz von 50,6 Mrd Fr. erzielt - 28% mehr als im Vorjahr. Dieses flotte Wachstumstempo hält auch 2010 an: Im 1. Quartal wurden bereits 16,7 Mrd Fr. umgesetzt, 29% mehr als in der Vergleichsperiode. Die Schweiz zählt dabei zu den umsatzstärksten ETF-Märkten.

Besser mehrere Marktmacher

Aktuell sind 12 Anbieter und 15 offizielle Market Maker an der SIX Swiss Exchange aktiv. Für die Anleger ist es von Vorteil, wenn mehrere Market Maker für Liquidität besorgt sind. Weite Spreads (Spanne zwischen Geld- und Briefkurs) können nämlich zu einem gewichtigen Kostenfaktor werden. «Die Spreads werden enger, wenn zwei oder mehrere Market Maker die Handelbarkeit gewährleisten», sagt Alain Picard, Head of Product Sales für ETF an der SIX.

Lange Zeit waren ETF besonders unter institutionellen Investoren beliebt. Offenbar findet hier jedoch allmählich ein Wandel satt. So beläuft sich die durchschnittliche Handelsgrösse auf aktuell rund 107 000 Fr. - und ist damit seit 2006 kontinuierlich gesunken. Laut Picard ein Indiz dafür, dass nicht nur institutionelle Kunden die Produkte kaufen. Die SIX plant noch 2010 zwei neue ETF-Features. Zum einen soll ab Juni ein ETF in verschiedenen Handelswährungen angeboten werden können. Unter einer ISIN-Nummer werden also zwei oder mehrere Währungen zur Verfügung stehen. Bis Ende 2. Quartal soll zudem eine «Market Quality Matrix» für mehr Transparenz über die durchschnittlichen Spreads, Volumen und andere Qualitätsmerkmale sorgen.

Anzeige

Die grössten Marktanteile unter den Emittenten verzeichnen in der Schweiz die Credit Suisse, iShares, die Zürcher Kantonalbank und die UBS. Zunehmend drängen jedoch neue Anbieter in den Markt ein und versuchen, den Platzhirschen Marktanteile abspenstig zu machen.

Der jüngste ETF-Neuling an der SIX heisst Amundi ETF, eine Tochtergesellschaft der Amundi-Gruppe, die seit 1. Januar 2010 zu 75% CA Chevreux und zu 25% der französischen Bank Société Générale gehört. Mit verwalteten Vermögen von rund 670 Mrd Euro ist Amundi einer der grössten Asset Manager Europas. Seinen Einzug in die Schweiz hat Amundi ETF am 13. April mit zehn neuen ETF gefeiert. Im Angebot sind acht Vehikel auf Aktien (darunter ein Short- und zwei Leverage-Produkte) und zwei Fixed-Income-Vehikel. Am 27. April kamen noch vier Rohstoff-ETF dazu.

Valérie Baudson, Managing Director bei Amundi ETF, hat ambitiöse Ziele, was das Wachstum angeht. «Bis 2012 wollen wir unter die Top 5 in Europa und Vermögen von mehr als 10 Mrd Euro verwalten.» Bis Ende 2010 sollen 100 ETF im Angebot sein - aktuell sind es 79. Allein in der Schweiz plant Amundi, bis Ende Jahr 40 Produkte an der SIX zu listen. Um im immer stärker umkämpfen ETF-Markt bestehen zu können, hat sich Amundi ETF Kosteneffizienz auf die Fahne geschrieben und will mit tieferen Managementgebühren die Konkurrenzprodukte ausstechen.

Für eine möglichst perfekte Nachbildung der Indizes wird zudem auf eine Swap-basierte Index-Replikation zurückgegriffen. Dafür setzt sich der Anleger einem Gegenparteienrisiko von maximal 10% aus. Laut Baudson sei es jedoch erklärtes Ziel, dass 5% nicht überschritten werden.