Die Terroranschläge in Indiens Finanzmetropole Mumbai versetzen der Wirtschaft des Landes einen schweren Schlag. «Dieses Ereignis belastet die Märkte, die sowieso schon mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen haben, zusätzlich. Besonders fatal dürften sich die Terrorattacken auf die Auslandsinvestitionen auswirken», sagt A. Balasubramanian, Investmentchef des Birla Life Mutual Fund. Indiens Wirtschaft zeigte im ersten fiskalischen Quartal, das am 30. Juni endete, ein Wachstum von 7,9%.

Im zweiten Quartal rechnet der Durchschnitt der von Dow Jones befragten Analysten mit einem weiteren Rückgang des Wachstums auf 7,3%. Auch die Anleger an Indiens Börse mussten dieses Jahr bereits heftige Verluste hinnehmen. Seit Jahresbeginn fiel der Leitindex Sensex um mehr als 55%. Ausländische Investoren zogen in dieser Zeit etwa 13,5 Mrd Dollar ab. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr flossen Indien aus dem Ausland 17,2 Mrd Dollar zu.

Resistente Börse

Nach den Anschlägen blieb die Börse in Mumbai am Donnerstag geschlossen. Für Freitag erwarteten Händler einen Kurseinbruch um 400 bis 500 Punkte. Tatsächlich drehte der Sensex nach anfänglichen Verlusten ins Plus und schloss 66 Punkte höher bei 9092 Zählern. Das vorläufige Ausbleiben von Panikreaktionen an den Märkten passt in das indische Muster: Nach Terroranschlägen in der Vergangenheit kam es in dem Land immer nur zu kurzzeitigen Einbrüchen an der Börse.

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Die Attacken haben durch die gezielten Anschläge auf westliche Besucher indes eine neue Dimension. Analysten befürchten negative Auswirkungen für Sektoren wie den Tourismus oder den öffentlichen Transport.