Der Exporterfolg der chemisch-pharmazeutischen Industrie stützt sich in geografischer Betrachtung massgeblich auf die weiterhin robusten Lieferzunahmen in die EU-Länder (+9,4%) sowie in den asiatischen Raum (+10,1%). Der Anteil der Exporte in die EU erhöhte sich damit auf 63,5% und jener in die Länder Asiens auf 13,5%. In der gleichen Periode verzeichneten die Exporte in die USA einen Rückgang von 6,3%, sodass sich ihr Anteil an den Gesamtexporten leicht auf 9,1% abschwächte. Wenn man die Aufteilung der Exporte nach Produkten analysiert, zeigt sich, dass der Innovationsgehalt eines Erzeugnisses ganz entscheidend zum Exporterfolg beiträgt. So erwiesen sich beispielsweise die Pflanzenschutzmittel mit einer weltweiten Exportzunahme von +15,5% und die pharmazeutischen Zwischen- und Fertigprodukte mit einer Steigerung vom +11,9% als überdurchschnittliche Wachstumsträger.

Hohe Wertschöpfung

Mit diesen anhaltenden Exporterfolgen bleibt diese Industrie für die Schweiz ein wichtiger Wachstumsmotor. In der Schweiz arbeiten mehr als 70000 Menschen in den 250 Unternehmen der Branche, davon sind alleine über 8000 hochqualifizierte Mitarbeitende in der Forschung und Entwicklung tätig. Mit einer Wertschöpfung von gegenwärtig etwa 270000 Fr. pro Erwerbstätigen ist die chemisch-pharmazeutische Industrie 2,5-mal produktiver als die Gesamtwirtschaft.

Berücksichtigt man die indirekten Beschäftigungs- und Wertschöpfungsimpulse durch die Nachfrage nach Gütern aus anderen Branchen, so sichert die Branche in der Schweiz weit mehr als 200000 Arbeitsstellen und trägt gesamthaft 7,6% zur schweizerischen Wertschöpfung bei. Der Anteil der chemisch-pharmazeutischen Industrie an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung ist damit heute 1,5-mal höher als 1995.

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Rund ein Viertel aller Umsätze wird mit Produkten erwirtschaftet, die weniger als fünf Jahre alt sind. Die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wird ganz entscheidend durch ihre Innovationsleistung bestimmt, und diese bedarf dauernder Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen. Die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind ein Beleg dafür. Sie betragen im Pharmasektor 18% des Umsatzes, 8% im Sektor Pflanzenschutz und 4% in der Spezialitätenchemie. Weltweit belaufen sich die Forschungsinvestitionen der schweizerischen chemisch-pharmazeutischen Unternehmen auf mehr als 20 Mrd Fr. Davon werden etwa 6 Mrd Fr. hierzulande getätigt, obwohl die Umsätze in der Schweiz nicht einmal 2% der weltweiten Umsätze erreichen.

Neue Wissensgebiete erschliessen

Für die Fortsetzung der innovativen Tätigkeiten brauchen die chemisch-pharmazeutischen Unternehmen in der Schweiz ein marktwirtschaftliches und im internationalen Vergleich besonders innovationsfreundliches rechtliches Umfeld. Die unternehmerischen Rahmenbedingungen dürfen insbesondere die Erschliessung oder Nutzung neuer Wissensgebiete oder Technologien in der Schweiz nicht verzögern oder gar verunmöglichen. SGCI Chemie Pharma Schweiz setzt sich deshalb dafür ein, das schweizerische Bildungssystem wieder viel stärker auf Exzellenz in den Naturwissenschaften und persönliche Leistung auszurichten. Die Verfügbarkeit eines qualitativ hochstehenden Nachwuchses ist ein wichtiger Standortfaktor. Aus diesem Grund lanciert SGCI Chemie Pharma Schweiz im November dieses Jahres eine langjährige, breit angelegte Initiative, die Jugendliche wieder vermehrt für Naturwissenschaften und Technik begeistern soll.