Mit einem Tonnagenzuwachs von 6% in den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 konnte die Schweizer Gussindustrie den Wachstumspfad nach dem Rekordjahr 2007 beibehalten. Sorgen bereitet der exportorientierten Industrie der angekündigte Anstieg der Strompreise, der Kurssturz des Euro und die konjunkturellen Aussichten für 2009.

Bei den Eisen- und Stahlgiessereien nahmen die Auftragseingänge 2007 um 30% zu. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konnten die Stahlgiessereien gegenüber dem Vorjahr nochmals um 18% zulegen. Die Eisengiessereien verzeichneten 2008 ebenfalls eine Zunahme von 10% gegenüber der Vorjahresperiode.

Bei den Schweizer Leichtmetallgiessern stieg die verarbeitete Tonnage 2007 um 11,4% auf den neuen Höchstwert von 23228 t an. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres ging der Ausstoss bei den Leichtmetallgiessern hingegen wieder um 1,4% zurück.

Ungeachtet der positiven Entwicklung der Schweizer Giesserei-Industrie darf nicht vergessen werden, dass die massiv gestiegenen Rohmetallpreise 2007 und im ersten Semster 2008 die Teilepreise belasteten. Zudem spüren die Firmen beim Bestellungseingang ebenfalls die weltweite konjunkturelle Abschwächung.

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Auch hält der Trend weiter an, die Produktion von Grossserien nach Osteuropa bzw. Asien zu verlagern. Umso mehr sind Innovation und Qualität wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der Schweizer Giessereien.

Hochwertige Werkstoffe im Trend

Beim Fahrzeugbau gelang es den Schweizer Druckgiessern, mit innovativen Leichtbaulösungen eine Senkung des Automobilgewichts zu erzielen – und damit auch wesentlich zur Verringerung des CO2-Ausstosses dieser Fahrzeuge beizutragen.

Im Schiff- und Flugzeugbau war ebenfalls eine Zunahme festzustellen. Auch im Bereich Maschinenbau zeigt sich ein starker Trend zu immer höherwertigen Werkstoffen: Mit extrem korrosions- und hitze- sowie verschleissbeständigen Teilen haben die Schweizer Giessereien die Nase vorn.

Die Medizinal- und Labortechnik und alle Bereiche der Energie gehören zu den Wachstumsmärkten. Ein ungestillter Energiebedarf und eine Wiederbelebung der Wasserkraft sowie die Entwicklung neuer Energiequellen wie Windkraft erzeugen eine gute Nachfrage nach Eisen- und Stahlguss.

Nachwuchs permanent fördern

Angesichts der positiven Entwicklungen der vergangenen Monate sind die Schweizer Giessereien auf gut ausgebildete Mitarbeitende angewiesen. Bei der Suche nach guten Fachkräften wurde die Branche bisher in ganz Europa, mit Schwerpunkt Deutschland fündig, da die Schweiz für deutsche Giessereifachleute wie Giesserei-Ingenieure, Giesserei-Mechaniker und -Technologen attraktiv erscheint. Parallel dazu bieten zahlreiche Giessserei-Betriebe sehr gute Ausbildungsprogramme an. Um diese Lehrstellenangebote einer breiteren Öffentlichkeit, insbesondere interessierten Schülerinnen und Schülern, Eltern und Berufslehrpersonen, noch bekannter zu machen, startet der Giesserei-Verband der Schweiz gegen Ende 2008 eine Informationskampagne, die über die verschiedenen Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten in der Giesserei-Industrie informieren wird.