Das ideale Anlegerportfolio ist solide und liquide zugleich. Vielleicht weil dieses Prinzip der gewöhnlichen physikalischen Erfahrung widerspricht, haben es einige der weltgrössten Investoren vernachlässigt. Nun, da Milliarden von Dollar fest in Anlagen gebunden sind, müssen viele Colleges und Wohltätigkeitsorganisationen ihr Budget zum schlechtmöglichen Zeitpunkt zusammenstreichen.

Wie kam es so weit? Als in den 1990er Jahren die Anleihengewinne zurückgingen und kurz darauf die Aktienmärkte schwächelten, suchten institutionelle Anleger nach Assets, die in jedem Fall solide Erträge bringen würden. Die Lösung waren alternative Investments - Hedge-Fonds, Immobilien, Private Equity und Rohstoffe. Als zwischen 2000 und 2002 die Aktienkurse endgültig in den Keller gingen, schlugen die Stiftungsfonds von Yale & Co den S&P 500 um Längen. Nach 1995 hatten sie nach Angaben von Celia Dallas von der Beratungsfirma Cambridge Associates weniger als 10% in alternativen Anlagen, 2008 waren es mehr als 30%.

Die Columbia-Universität hatte im vergangenen Juni stolze 41% ihrer 7 Mrd Dollar Stiftungsgelder in Hedge-Fonds, 40% in Private Equity und nur 4% in Aktien, 4% in Cash und klägliche 1% in Anleihen investiert. Das ist Lichtjahre von der früheren goldenen Regel «60% Aktien, 40% Anleihen» entfernt.

Verheerende Nachschusszahlung

Und es bringt grössere Probleme mit sich: Viele Hedge-Fonds binden das Geld ihrer Investoren für drei Jahre fest an sich. Und der typische Private-Equity-Fonds macht sogenannte Capital Calls, das heisst, Anleger werden aufgefordert, pro investierten Dollar 50 bis 75 Cent nachzuschiessen. Für Columbia bedeutet das: Bis 2012 müssen 1,6 Mrd Dollar an Nachschusszahlungen geleistet werden. Im Normalfall kann dies aus Gewinnen an anderer Stelle bezahlt werden.

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Doch momentan sind viele Institutionen knapp bei Kasse. Nach einer Umfrage unter College- und Universitätspräsidenten haben 50% von ihnen einen Einstellungsstopp verkündet oder werden dies in nächster Zeit tun. Fast 7% der Befragten gaben an, sie würden auch im derzeitigen Bärenmarkt Assets verkaufen.

Im Jahr 2007 warnte Laurence B. Siegel, Researchdirektor der 10,9 Mrd Dollar schweren Ford Foundation, alternative Anlagen könnten eine Gefahr für die Liquidität bedeuten. Denn wenn Anleihen aus dem Portfolio verkauft werden, um Platz für alternative Investments zu schaffen, ist man nicht mehr liquide, wenn die Capital Calls kommen.

Es sei denn, man verkauft Aktien. Doch in einem Bärenmarkt könnte einem Stiftungsfonds mit 50% in alternativen Anlagen innerhalb von zwei Jahren das Geld ausgehen, warnte Siegel. Aber niemand wollte das wirklich hören. Die Institutionellen «denken einfach nicht an Liquidität als Variable - oder wenn doch, waren sie zu optimistisch», so Siegel.