Privatanleger können ebenso wie der Staatsfonds GIC aus Singapur in die Schweizer Grossbank UBS investieren: Die Bank Wegelin hat Mitte Februar zwei Produkte auf den Markt gebracht, bei denen das Auszahlungsprofil synthetisch nachgebildet wurde. Weil der UBS-Aktienpreis seit der Vereinbarung mit den neuen Investoren im Januar noch weiter gefallen war, konnte man bei Wegelin zwei Produkte mit unterschiedlichen Konditionen kreieren: Das eine Pro- dukt mit einem hohen Coupon (15,04%), das andere mit dem Coupon, den auch der Staatsfonds bekommt (9%) plus einem bedingten Kapitalschutz (mit einer Barriere bei 22.14 Fr.). Der Verfall der mit einem Nominalwert von 1000 Fr. begebenen Produkte ist Februar 2010.

Auf steigenden UBS-Kurs setzen

Nachgebildet wird eine Pflichtwandelanleihe. Bei der Variante 1 erhält ein Anleger 16 UBS-Aktien sowie den Gegenwert von 0,603 UBS-Aktien in bar, wenn die UBS-Aktie am Stichtag über dem maximalen Wandlungspreis von 60.23 Fr. notiert. Liegt die UBS-Aktie am Stichtag unter 51.48 Fr., bekommen Anleger 19 Aktien zuzüglich 0,425 UBS-Aktien in bar. Und wenn die UBS-Aktie zwischen dem unteren und dem oberen Wandlungspreis notiert, erhält der Anleger Aktien entsprechend dem Nominalwert dividiert durch den Schlusskurs. Fraktionen werden bar ausbezahlt.

Bei der Variante 2 ist wichtig, ob die Barriere berührt wurde. Ist das der Fall, bekommen Anleger 19 UBS-Aktien und 0,425 UBS-Aktien in bar. Wurde die Barriere nie berührt, aber der untere Minimalwandlungspreis nicht erreicht, erhalten Aktionäre UBS-Aktien im Verhältnis zum Nennwert. Ansonsten unterscheiden sich beide Produkte nur durch den Coupon.

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Das Rückzahlungsprofil entspricht damit einem Kapital-schutzprodukt mit (und ohne) Cap. Solche Produkte sind gemäss den Produkteprofilen des SVSP grundsätzlich für Szenarien mit steigendem Basiswertkurs, steigender Volatilität sowie grösseren Kursrückschlägen geeignet.

Solche Kursrückschläge müssen Anleger einkalkulieren. Die optisch hohen Coupons gehen mit einigen Risiken einher, und für eine rasche Erholung «ist die UBS nicht gut positioniert», wie es stellvertretend für etliche andere Analysten vom Research der Deutschen Bank heisst.

Neben den Risiken, die auch für andere Banken zutreffen, kommt hier erschwerend weiteres Abschreibungspotenzial aufgrund der noch in den Büchern gehaltenen US-Hypothekenpapiere sowie ein möglicherweise stockender Mittelzufluss im Kerngeschäft, der Vermögensverwaltung, hinzu. Wo hohe Risiken bekannt und hier auch schon in den Kursen enthalten sind, sind oft auch die grössten Chancen. Die Analysten der WestLB beispielsweise weisen darauf hin, dass der gegenwärtige Kurs ganz pessimistische, wohl kaum eintreffende Szenarien einpreist, denn alleine das Nicht-Investmentbankengeschäft ist derzeit mehr Wert als die ganze Bank.

Für moderate Optimisten

Defensive Retailanleger, welche die Wegelin-Produkte kaufen möchten, fahren mit einem Mix beider Produkte am besten. Infolge des jüngsten Kursrutsches gibt es derzeit kaum attraktive strukturierte Produkte, denn bei vielen sind die Barrieren gerissen. Die vier Produkte mit 100% Kapitalschutz bieten derzeit ebenfalls keine Alternative, weil die Schutzlevels deutlich über den aktuellen Kursen liegen. Wer an eine massive Erholung der UBS-Aktie glaubt, kann derzeit auch direkt die Basiswerte kaufen. Für alle anderen Anleger sind die Wegelin-Produkte geeignet.