Nachdem es am Freitag doch noch überraschend schnell zu einer Einigung zwischen der Euro-Gruppe und Athen gekommen ist, hoffen Anleger auf eine deutliche Erholung der Börsen. Der deutsche Leitindex Dax legte am Morgen gut vor und erreichte ein neues Allzeithoch von 11’158,55 Zählern. Auch der Schweizer Aktienmarkt ist mit festeren Kursen auf breiter Front in die neue Woche gestartet. Griechenlands Finanzminister will noch am heutigen Montag Vorschläge zu neuen Reformen präsentieren.

Was bedeutet das für die Aktienmärkte in dieser Woche? Fakt ist: «Unsicherheit ist ein schlechter Nährboden für gute Börsen», sagt Christoph Strässle, Gründer und Managing Partner der Vermögensberatung Strässle & Partner mit Sitz in Luzern, im Interview mit finanzen.ch.

Nachfrage nach Dividendenrenditen ist gross

Seiner Ansicht nach sind die Europäische Zentralbank, das Thema Grexit (ein möglicher Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone) und die Ukraine die Treiber der Aktienbörsen – und «nicht der wirtschaftliche Ausblick Europas, der USA und Asiens».

Er glaubt an eine weitere Erholung der Schweizer Börse, die seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Mitte Januar bis heute bereit zwei Drittel ihrer Verluste aufgeholt hat. «In Ermangelung von Alternativen ist die Nachfrage nach Aktien und deren Dividendenrenditen so gross, dass auch allfällige Verwerfungen als Folge von politischen Entscheiden diesen Trend zurzeit nicht nachhaltig stoppen können», so Strässle.

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«Aktienmärkte werden weiter zur Stärke neigen»

Eine echte Alternative zu realen Werten sieht der Investmentexperte im aktuellen Umfeld nicht – insofern ist Strässle für die Schweizer Börse in den kommenden zwölf Monaten grundsätzlich optimistisch. «Aktien sind hierbei die liquideste Variante und bieten nebenbei direkte Rendite, von denen Investoren in Obligationen nur träumen können – somit werden die Aktienmärkte weiter zur Stärke neigen.»

Die Ängste, dass es dabei zu Blasenbildungen kommen wird, nähmen mit weiter steigenden Kursen zu. Somit erhöhe sich auch das kurzfristige Rückschlagpotenzial. «Wer in Aktien investiert, wird mit diesen Schwankung jedoch leben müssen.»

Lesen Sie das vollständige Interview mit Christoph Strässle auf finanzen.ch. Darin erklärt der Vermögensexperte auch, warum Obligationen sich zu einem «Renditefresser» entwickeln dürften.