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Investoren erwarten mehr von der UBS

Ermotti
UBS-Chef Sergio Ermotti: «Wir müssen schauen, wo wir stehen.»Quelle: Keystone .

Die UBS zeigt, wie es geht: Im zweiten Quartal hat die Grossbank deutlich mehr verdient. Doch den Investoren könnte das nicht reichen.

Melanie Loos
Von Melanie Loos
am 24.07.2018

Auf 1,3 Milliarden Franken steigerte die grösste Schweizer Bank ihren Gewinn im zweiten Quartal dieses Jahres. Der Zuwachs von rund 9 Prozent ist deutlich mehr als Analysten zuvor erwartet hatten, schliesslich wirken sich die eher düsteren globalen Wachstumsaussichten auch auf die Märkte aus.

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Für das gute Ergebnis sorgten vor allem die gute Entwicklung im Kerngeschäft Vermögensverwaltung und in der Investmentbank. Vor allem das Investmentbanking entwickelte sich prächtig, aber auch das Geschäft mit reichen Kunden floriert – besonders in den USA

UBS 2. Quartal 2018

«Die Ergebnisse liegen über den Erwartungen – vor allem beim Reingewinn vor Steuern. Dabei war insbesondere das auf die Vermögensverwaltung zugeschnittene Investmentbanking der Treiber für dieses Wachstum», sagt Rainer Skierka von Research Partners. 

Der 2012 eingeleitete Umbau der Bank mit dem Ziel der Risikominderung und der Ausrichtung auf die Vermögensverwaltung scheint sich daher auszuzahlen. Mittlerweile zählt die UBS zu den führenden globalen Vermögensverwaltern.

Aber trotz stetigen Gewinnen steht die Bank vor einem anderen Problem. Es ist der schwächelnde Aktienkurs.

Druck der Investoren

Auf Druck der Investoren kündigte Konzernchef Sergio Ermotti Anfang des Jahres an, in den kommenden drei Jahren eigene Aktien für bis zu 2 Milliarden Franken zurückzukaufen und die Finanzziele für dieses Jahr anzupassen. Im zweiten Quartal wurden wie geplant Aktien im Wert von 550 Millionen Franken gekauft. 

Den Aktienkurs hatte dies bisher noch nicht beflügelt, denn seit Jahresbeginn hatten die Banktitel rund 15 Prozent eingebüsst. Für leichten Auftrieb sorgte die überraschend gute Bilanz dennoch – die UBS-Aktien stiegen heute morgen um 2 Prozent auf knapp 16 Franken an. Ob der Kurs langfristig steigt, bleibt allerdings abzuwarten. Bankenanalyst Skierka wertet die guten Quartalsergebnisse als Anfang: «Die Strategie der UBS ist erfolgreich langweilig. Doch die Bank ist auf einem guten Weg und die guten Kennzahlen – vor allem Cost-Income-Ratio – sollen die Anleger positiv stimmen.»

Der Grund für die schwache Aktie sei die mangelnde Fantasie bei der UBS: «Was fehlt, ist ein 'Trigger', allerdings ist das bei der Grösse der Bank auch schwierig», sagt Skierka. Zudem sei auch zu bedenken, dass die UBS solide wirtschaftet und sich gleichzeitig in einem engen regulatorischen Rahmen bewegt. 

Doch vielen Investoren gehen diese Schritte nicht weit genug. Barclays-Analyst Amit Goel bezeichnete gegenüber «Bloomberg» die Entwicklung der UBS als «etwas langweilig und lahm». Die Anleger wollten vielmehr Investments, die «outperformen» und nicht nur auf die Marktentwicklung reagieren. 

Konkurrenz schläft nicht

Denn die schwächliche Entwicklung der UBS-Aktien bereitet Investoren bereits seit Längerem Sorge – nicht zuletzt wegen der eingetrübten Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft und der starken Konkurrenz auf dem Bankenmarkt. Dazu zählt auch die Schweizer Rivalin Credit Suisse, die in der kommenden Woche ihr Quartalsergebnis vorstellt.

Deren Kerngeschäft, das Investmentbanking, ist allerdings wohl eher durchwachsen verlaufen in den vergangenen drei Monaten. So erwarten die Analysten für die CS deutlich geringere Gewinne als im ersten Quartal, und mit geschätzten 600 Millionen Franken läge dieser deutlich hinter dem der Konkurrentin UBS.

Nun erwägt die UBS, Teile ihres Aktienrückkaufprogramms in das laufende Jahr vorzuziehen. Bankchef Ermotti sagte heute, die harte Kernkapitalquote von derzeit rund 13 Prozent sei eine gute Basis dafür. Allerdings will er erst einmal den weiteren Geschäftsverlauf und die Entwicklung der Kapitalquote abwarten.