Banken und Vermögensverwalter wollen in diesem Jahr 100 Mrd Dollar in weltweite Infrastrukturprojekte stecken. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr. Den Investoren versprechen sie dabei zweistellige Gewinne bei mindestens zehnjähriger Anlage. Rob Treich, Infrastrukturspezialist bei der Beratungsgesellschaft Mercer, sagt, derzeit gebe es mehr als 100 Fonds, die nach Investoren suchen. Der britische Datendienst Preqin bestätigt, dass Fondsgesellschaften in diesem Jahr 95 Mrd Dollar einsammeln wollen.

Zum Vergleich: 2005 waren es erst vier, im Vorjahr 45 Mrd Dollar. An der Spitze steht die australische Macquarie Group, die ein Zielvolumen von über 13 Mrd Dollar anstrebt. Doch auch Private-Equity-Firmen haben sich auf Geldsuche begeben. Wie Treich sagte, sollen «25 Mrd Dollar nach Asien und in andere Schwellenländer fliessen. Und in China geht die Regierung von Investments in Höhe von mindestens 500 Mrd Dollar innerhalb der nächsten fünf Jahre aus.» Der Wirtschaftsabschwung könne allerdings verhindern, dass alle Ziele erreicht werden, warnte er.

Renditen bis 20 Prozent möglich

Investmentspezialistin Jane Welch von Watson Wyatt berichtet, dass Infrastrukturfonds normalerweise inflationsbereinigte Gewinne um die 12% erzielten. Die riskantesten Investitionen – etwa der Bau eines mautpflichtigen Tunnels – könnten sogar bis zu 20% pro Jahr erzielen. Dafür sollten Investoren aber mindestens 10 Mio für mindestens 10, oft auch 25 Jahre anlegen.

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Die wachsende Zahl neuer Investmentgruppen verschärfe allerdings das Wettrennen um erstklassige Assets und lasse die Auswahl durch die Manager zu einem entscheidenden Kriterium werden, meint Philippe Taillardat von Credit Agricole. Investmentberater sagen, dass grosse Pensionsfonds wie etwa Calpers ihre Investitionen in Infrastruktur als Teil der alternativen Investments mittlerweile auf bis zu 5% erhöht haben.