Die Aktien des Genfer Warenprüfkonzerns sind am Donnerstag entgegen dem Aufwärtstrend am Markt stark unter Druck gekommen. Aus Sorge vor anhaltend tiefen Ölpreisen und einer entsprechend schwachen Entwicklung im Öl- und Gasgeschäft haben die Analysten von Jefferies und Barclays die Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre gesenkt. Die Jefferies-Analysten liessen dabei auch ihre Kaufempfehlung fallen.

SGS büssen bis um 11.30 Uhr bei regem Handel 3,2 Prozent auf 1660 Franken ein, nachdem die Titel zuvor bis auf 1636 Franken zurückgefallen sind. Der Gesamtmarkt (SMI) legt zum Berichtszeitpunkt 0,52 Prozent zu. Bislang wurden 27'000 SGS-Titel gehandelt, womit der durchschnittliche Tagesumsatz der vergangenen Wochen bereits übertroffen worden ist.

Barclays schreibt SGS ab

Jefferies setzen SGS neu auf «Hold» nach zuvor «Buy» und senken das Kursziel um 170 Franken auf neu 1850 Franken. Allerdings sei man damit im Vergleich zu anderen Analystenhäusern für SGS immer noch positiv eingestellt, so der Kommentar. Barclays reduzierte beispielsweise das Kursziel auf 1775 Franken von zuvor 1800 Franken und bekräftigte gleichzeitig das Rating mit «Underweight».

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Jefferies begründet die vorsichtigere Haltung mit der Abschwächung in den Öl- und Gas-Aktivitäten, sowohl in Sachen Produkttests als auch bei der Inspektion von Ölanlagen. Dabei laste der tiefe Ölpreis und die dadurch geringere Investitionsbereitschaft der Kunden nicht nur auf den Ergebnissen der Sparte Oil, Gas & Chemical Services, sondern auch auf Industrial Services und die Environmental Services. Nach Marktregionen aufgeteilt sei das Geschäft in Nordamerika stärker unter Druck gekommen als jenes in Asien oder dem Mittleren Osten.

2016 bringt keine Wende

Mit der seit einiger Zeit schwachen Entwicklung im Öl- und Gasgeschäft und den sinkenden Preisen komme nun verstärkt auch die Betriebsgewinnmarge von SGS unter Druck, schreibt Jefferies weiter. Bei Barclays rechnen die Analysten im laufenden Jahr mit einem Margenrückgang um 20 Basispunkte wobei allein in der Oil, Gas & Chemical Services-Sparte die Marge um 125 BP sinken dürfte.

Auch für 2016 sehe man noch nicht das Licht am Ende des Tunnels: Das Wachstum bleibe schwach und der Preisdruck bei Oil & Gas halte an.

(awp/ise/chb)