Bis zum Start in den USA hat Apple Medienpartner gesucht, um das iPad mit Inhalten zu füllen. Sprecher des Unternehmens verweigerten einen Kommentar. Das hielt Verleger aber nicht davon ab, sich fleissig darauf vorzubereiten und Anzeigen zu verkaufen. Schliesslich war die Liste der Vorbestellungen lang: Hunderttausende US-Amerikaner wollen das iPad haben. 200000 Dollar kostet eine Anzeige im «Time Magazine».

Insidern zufolge soll der Verlag schon Verträge mit Unilever, Toyota Motor und vier anderen Unternehmen als Werbekunden abgeschlossen haben. Im Condé Nast Verlag bietet das «Wired Magazine» verschiedene Arten von Anzeigen an, abhängig davon, wie viele Seiten gekauft werden. Einige Magazine planen Applikationen für das iPad zum Herunterladen, die eine neue Ära einläuten sollen: Zusätzliche Funktionen wie Videos, Tools für soziale Netzwerke und eine verbesserte Navigation profitieren von dem grossen Bildschirm, der Technologie und der Internetverbindung des Computers in Notizblockoptik.

Zeitschriftenverleger sehen das iPad als Meilenstein in Zeiten der Zeitungskrise, um Geld zu machen. Digitale Werbung hat sich bisher eher als Enttäuschung herausgestellt, aber mit dem iPad fühlen sich die Verleger nun auf der Gewinnerseite. Für Werbekunden stellt das iPad eine gute Mischung aus spritziger Optik und interaktiven Funktionen dar. Dazu kommt noch die Möglichkeit, die Nutzer zu zählen.

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Die «Sports Illustrated» der Times hat Werbekunden zum Beispiel Prototypen von Videos zu einem Ford Mustang gezeigt, die auch ein Videospiel mit dem Drehkippsystem des iPads enthalten. «Einige der Funktionen sind wirklich überwältigend», sagt Steve Pacheco, Werbedirektor von FedEx. Man nehme «etwas Flaches, und plötzlich springt es aus der Seite».

Ob das Geschäftsmodell iPad aber wirklich aufgeht, ist unklar. Der Hype um den Taschencomputer, der vor zwei Monaten zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, zielte auf möglichst langfristige Vorbestellungen ab. Aber kein grosses Magazin scheine für das iPad schon bereit zu sein, sagen Insider.

Keine Tests für die Verlage

Viele Magazine haben ihr gesamtes Anzeigenkontingent für die ersten iPad-Ausgaben zwar schon verkauft. Sie haben dabei aber nicht beachtet, dass die meisten Designs der Anzeigen und Applikationen noch gar nicht fertig sind und keiner weiss, wie viele iPads tatsächlich verkauft werden. Apple hat erst vor kurzer Zeit damit begonnen, Angebote von Unternehmen für iPad-Applikationen anzunehmen. Und bevor Apple diese nicht endgültig absegnet, wird es keine Applikationen geben. Doch Unternehmenssprecher wiegelten ab: «Wir sind sehr gespannt darauf, unseren Kunden das iPad am 3. April in die Hand zu legen.» Laut Insidern habe aber kein grosser Zeitschriftenverlag seine geplanten Applikationen auf dem iPad testen können. Stattdessen gab es nur Applegestützte Simulationen.