1. Home
  2. Invest
  3. IPO-Kandidaten trotzen der Krise

IPO-Kandidaten trotzen der Krise

Das Klima am Aktienmarkt ist rauh geworden. Dennoch dürfte die Anzahl der IPO bis Ende Jahr gegenüber 2006 zunehmen. Weitere Anwärter für Börsengänge bis 2010 stehen bereits fest. Viele davon gehören

Von valentin handschinund roberto stefano
am 10.10.2007

BÖRSENGÄNGE. Mit Uster Technologies (erster Handelstag an der SWX in Zürich: 17. Oktober) und der Rapid Holding (erster Handelstag an der Berner Börse: 31. Oktober) werden Ende dieses Monats zwei weitere Unternehmen ihren Gang an eine Schweizer Börse hinter sich gebracht haben. Damit nicht genug: Wenn die Börsengänge der Karl Steiner Holding und der Beteiligungsgesellschaft HBM Bioventures wie angekündigt über die Bühne gehen, würde die Zahl der diesjährigen Börsenneulinge auf zehn ansteigen. Trotz erhöhter Unsicherheit und gestiegener Volatilität dürfte der Vorjahreswert von neun Börsengängen übertroffen werden.

Karl Steiner und HMB bleiben

«Wir arbeiten weiterhin am Börsengang», bestätigt Claude Sulser, Sprecher der Karl Steiner Holding, die Absicht des Generalunternehmens, bis Ende 2007 auf das Börsenparkett zu wechseln. Voraussetzung für eine Publikumsöffnung sei allerdings eine vergleichbar positive Marktentwicklung wie im 1. Semester dieses Jahres. An der positiven Markteinschätzung scheint sich nichts geändert zu haben, hält Karl Steiner doch am angekündigten Terminplan fest: «Das IPO ist für das 2. Halbjahr 2007 geplant.»Ähnlich sieht die Situation bei der Beteiligungsgesellschaft HBM Bioventures aus. «An unserer Ambition, 2007 an die SWX zu gehen, hat sich noch nichts geändert», bekräftigt CEO Andreas Wicki. Kein Hinderungsgrund sei, dass der Net Asset Value (NAV, innerer Wert) der Gesellschaft aktuell bei knapp 100 Fr. liegt, wogegen Verwaltungsratspräsident Henri B. Meier im April dieses Jahres im Interview mit der «Handelszeitung» einen inneren Wert von 110 Fr. als Voraussetzung für das IPO nannte.

U-Blox informiert bald

Detailinformationen zum Börsengang des Technologieunternehmens U-Blox sollen noch diesen Monat der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Firma stellt Halbleiter für GPS-Geräte her und plant die Kotierung ihrer Aktien an der Schweizer Börse SWX. In diesem Rahmen werden die Investoren Partners Group, ZKB und Credit Suisse ihre Beteiligungen reduzieren. Dass die Transaktion noch 2007 abgeschlossen wird, scheint durchaus möglich.

Molmed und Nitec überlegen

Vor allem Lifescience-Unternehmen werden dafür sorgen, dass der IPO-Fluss auch im nächsten Jahr nicht versiegen wird. Darunter könnte Molmed das vierte italienische Biotechunternehmen sein, welches sich in Zürich kotieren lassen wird. Molmed-Chef Claudio Bordignon bestätigt, dass entsprechende Gedanken gewälzt werden. Er stellt für den Monat November eine definitive VR-Entscheidung in Aussicht.Auch vom Baselbieter Biotechunternehmen Nitec sind noch keine direkten Informationen zum Börsengang vernehmbar. Aus dem Umfeld der Firma ist aber zu erfahren, dass bereits Gespräche mit Investmentbanken aufgenommen wurden: Ein IPO der auf chronische Entzündungen spezialisierten Firma im nächsten Jahr wäre «keine Überraschung».Weitaus konkreter sind die IPO des Zuger Biopharmaunternehmens Amvac (1. Quartal 2008) und der Basler Biotechfirma Mondobiotech an der SWX. Zuerst plante Amvac-CEO Melinda-Kinga Karpati den Gang an die Berner Börse. Amvac konzentriert sich auf urologische und gynäkologische Impfstoffe. Fabio Cavalli, CEO von Mondobiotech, will die Kotierung im 1. Halbjahr 2008 vornehmen.

Capvis behält Ticketcorner

Doch nicht nur in der Biotechbranche ist die Pipeline an Börsenkandidaten gut gefüllt. «Das IPO steht für uns nächsten April auf dem Kalender», sagt Francis Cobbi, Chef der Telekommunikationsfirma VTX, auf Anfrage. Auf den Jahresabschluss 2008 will auch die Immobiliengesellschaft Espace Real Estate das IPO wagen. Entgegen kürzlicher Medienberichte ist bei Ticketcorner hingegen ein Börsengang zurzeit kein Thema. «Wir wollen das Unternehmen weiterentwickeln und prüfen dann sämtliche Exit-Möglichkeiten», erklärt Tobias Ursprung von Mehrheitsaktionär Capvis.

Unternehmen

Branche

Termin

Investoren

Börsenpalatz

Anzeige